Diskriminierung oder nicht?

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Rodler2
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Diskriminierung oder nicht?

Beitrag von Rodler2 » 13.04.2015, 14:11

Hallo!

Eine Freundin (Kroatischer Staatsbürger) arbeitet beim Rechtsanwalt als Sekretärin. Es ist ein unbefristetes Dienstverhältnis.

Heute hat sie mir erzählt, dass ihr Arbeitgeber ihr mündlich mitgeteilt hat, sie müsse die Österreichische Staatsbürgerschaft beantragen bzw. annehmen ansonsten könne er sie nicht weiter beschäftigen.

Sie hat einen Handelsschulabschluss und kann besser Deutsch als so manch ein Staatsbürger dieses Landes (ohne jetzt jemanden beleidigen zu wollen! entschuldigt aber seht euch mal die Jugend an.. naja anderes Thema)

Meine Frage ist jetzt: Ist das eine Diskriminierung aufgrund der Ethnischen Herkunft am Arbeitsplatz?
Diese Aussage wurde mündlich gemacht und sie ist die einzige Sekretärin die dort arbeitet, also gibt es niemanden der diese Aussage erforderlichenfalls bestätigen könnte.
Der Arbeitgeber wird bei der Kündigung wohl keinen Grund angeben und schon gar nicht den erwähnten. Kann man so etwas Gerichtlich anfechten, durchsetzen..? Hätte sie überhaupt etwas davon außer bürokratischen ärger?

Vielen Dank für die Hilfe im voraus.



Manannan
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Beitrag von Manannan » 13.04.2015, 14:47

Wenn es bei der Anstellung nicht störte, dass sie keine österreichische Staatsbürgerin ist, dann darf das auch jetzt kein Hindernis darstellen.
Kroatien ist seit Juli letzten Jahre Mitgliedstaat der EU und somit wäre es in der Tat diskriminierend, wenn dies der einzige Grund für die Kündigung wäre.

Rodler2
Beiträge: 3
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Beitrag von Rodler2 » 13.04.2015, 18:13

Vielen Dank erst mal für die Antwort.

Dies bestätigt mir zwar meine Überlegung, das es wahrscheinlich nicht rechtmäßig ist, aber was sie dagegen tun kann weiß ich trotzdem noch nicht.

Manannan
Beiträge: 1447
Registriert: 28.09.2012, 11:08

Beitrag von Manannan » 13.04.2015, 20:15

Sie ist Anwaltssekretärin und weiß nicht was sie dagegen tun kann??

An Stelle Ihrer Freundin würde ich vor das Arbeitsgericht ziehen und auf Wiedereinstellung klagen. Ihr Dienstgeber wird - wie man sich ausmalen kann - hier keine rechte Freude haben. Letztlich muss sie das selbst abwägen, ob es ihr der Rechtsstreit wert ist und, falls sie gewinnen sollte, wieder in dieser Kanzlei arbeiten möchte.
Da Anwälte idR großes Interesse haben, zumindest den eigenen Prozess zu gewinnen, wird er auch einen anderen Kündigungsgrund anführen.

MG
Beiträge: 1038
Registriert: 11.05.2007, 09:16

Beitrag von MG » 14.04.2015, 12:23

Ich würde auch in Erwägung ziehen, dass die Beste einfach nur ein "Gschichtl druckt"...

Rodler2
Beiträge: 3
Registriert: 13.04.2015, 09:26

Beitrag von Rodler2 » 14.04.2015, 16:11

Vielen dank für Ihre Kompetenz und die hilfreichen Antworten. ;-]

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