Kündigung wegen chronischer Erkrankung

Hier werden Fragen zum Arbeitsverhältnis und zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses diskutiert.
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FloraG
Beiträge: 2
Registriert: 27.03.2019, 14:44

Kündigung wegen chronischer Erkrankung

Beitrag von FloraG » 27.03.2019, 15:25

Hallo!
Letzte Woche wurde mir, nach einem Bewerbungsgespräch und 2-stündigem Probearbeiten, eine freie Stelle in einer Wiener Apotheke zugesichert.
Mein erster Arbeitstag verlief wie am Schnürchen, ich hab mich sehr angagiert und enthusiastisch in die Arbeit gestürzt und mich gut mit den Kolleginnen und der Apothekerin verstanden, von welchen auch kein Kritikpunkt oder Unmut über meine Arbeitsweise zum Ausdruck gebracht worden wäre. Nach Ladenschluss hab ich noch ein bisschen mit einer Pharmazeutin geplaudert und dabei erwähnt, dass bei mir ein Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, kurz AD(H)S diagnostiziert wäre und mir das Lernen für mein Studium seit der Behandlung viel leichter falle.
Am nächsten Tag wurde mir dann allerdings von der Chefin, welche sich plötzlich sehr sonderbar und distanziert verhalten hat, mich weder grüßte noch mir in die Augen sah, mitgeteilt, es würde "nicht passen" und ich könne sofort nach Hause gehen. Auf mehrfache Nachfrage nach Gründen für diesen abrupten Rauswurf reagierte sie nicht, bis Sie, dank meiner Hartnäckigkeit, als ziemlich fadenscheinigen und nicht nachvollziehbaren Grund zögerlich ein Wort, und zwar "Hektik" hervorbrachte.
Als die Verwirrung später nachließ, fiel mir wieder das Gespräch vom Vorabend ein worauf ich ein E-Mail mit der Bitte um genauere Angabe von meinen Schwachstellen an die Apotheke schrieb, welches allerdings bis heute unbeantwortet geblieben ist.
Ich finde so ein Verhalten einfach sehr enttäuschend und wollte fragen, ob ich mich da denn irgendwie wehren kann beziehungsweise ob es nur ärgerlich, oder tatsächlich unrechtmäßig ist. Weiß jemand Rat in dieser Angelegenheit? Ich bedanke mich im voraus! :)



Riccardo_Auer
Beiträge: 6
Registriert: 25.03.2019, 16:59

Re: Kündigung wegen chronischer Erkrankung

Beitrag von Riccardo_Auer » 27.03.2019, 16:20

Hallo Flora,

du befindest dich leider im Probemonat (Falls in deinem Vertrag angeführt). Dein Arbeitgeber kann in diesem Monat das Arbeitsverhältnis auch ohne Grund lösen. Eine Anfechtung der Kündigung halte ich für wenig sinnvoll, da du dich vermutlich (Hängt u.a. davon ab, ob ein Betriebsrat besteht, was ich bei einer Apotheke bezweifle) nur auf 879 ABGB berufen kannst und dafür die Kündigung auf eine dieser Faktoren zurückzuführen sein müsste:

ethnischen Zugehörigkeit
 Religion oder Weltanschauung
 des Alters
 der sexuellen Orientierung
 einer Behinderung
 des Geschlechtes

Das bringt dir zwar nichts mehr, aber: Du musst zu keinem Zeitpunkt deinem zukünftigen Arbeitgeber über diverse frühere oder bestehende Krankheiten, die dein Arbeitsverhältnis nicht beeinflussen (Gegenbeispiel wäre: Chirurgin muss mitteilen, wenn sie Aids hat), aufklären. Auch verheimlichte bestehende Schwangerschaften bilden keinen Entlassungsgrund.

Lg,
Riccardo

FloraG
Beiträge: 2
Registriert: 27.03.2019, 14:44

Re: Kündigung wegen chronischer Erkrankung

Beitrag von FloraG » 27.03.2019, 16:38

Danke für die rasche Antwort! :)

Hm, das hört sich mal nicht so prickelnd an, ich hab sowas schon vermutet... Würde die Tatsache etwas ändern, dass ich vor dem gesetzt tatsächlich als zu 60% behindert gelte?
Und ich weiß dass ich es nicht sagen müsste, allerdings habe ich nicht vor, mich in irgendeine heimlichtuerei zwingen lasse, außerdem kommt da die kleine AktivistIn in mir zum Vorschein, man muss sich ja auch mit seinen Leidensgenossen solidarisieren ;)

JohnHannibalSmith
Beiträge: 32
Registriert: 01.06.2018, 19:54

Re: Kündigung wegen chronischer Erkrankung

Beitrag von JohnHannibalSmith » 27.03.2019, 17:58

Ändert leider nichts, da der Kündigungsschutz für Behinderte abgeschwächt wurde. In deinem Fall würde er erst nach 4 Jahren greifen (oder 2? Weiß ich jetzt nicht auswendig).

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