Deutscher Staatsbürger mit Wohnhaft in Österreich will Führerschein in Österreich machen trotz MPU (VPU) in Deutschland

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Rabulistiko
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Deutscher Staatsbürger mit Wohnhaft in Österreich will Führerschein in Österreich machen trotz MPU (VPU) in Deutschland

Beitrag von Rabulistiko » 27.05.2020, 00:45

Hallo,

ein Deutscher der mittlerweile mehrere Jahre in Österreich wohnt und dort als Unternehmer tätig ist, will in Österreich den Führerschein machen, ihm wurde vor ca 10 Jahren in der Probezeit wegen 0,6 Promille und 40kmh Geschwindigkeitsüberschreitung der Führerschein entzogen um ihn in Deutschland wieder zu erlangen müsste er eine MPU ( in Österreich VPU) machen.
Die frage ist nun, kann er in Österreich ohne Probleme einen Führerschein machen oder gleichen beide Länder ihre Datenbank ab, sodass in Österreich eine VPU droht? Der Führerschein würde in Deutschland nicht genutzt werden.



alles2
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Re: Deutscher Staatsbürger mit Wohnhaft in Österreich will Führerschein in Österreich machen trotz MPU (VPU) in Deutschl

Beitrag von alles2 » 27.05.2020, 12:28

Der Führerscheintourist kann zur Umgehung des Idiotentests die Lenkberechtigung in einem EWR-Staat nur machen, wenn er mindestens 6 Monate einen ordentlichen Hauptwohnsitz in dem jeweiligen Land angemeldet gehabt hat. Dabei wäre es dann dem deutschen "Lappen" gleichgestellt, ohne dass es umgeschrieben werden muss.

Mir wäre es nicht bekannt, dass es schon einen zentralen Führerscheinregister gäbe, wenngleich es in Überlegung ist.
Daher einfach bei der Behörde einen Führerscheinantrag abgeben:

https://www.bmeia.gv.at/fileadmin/user_upload/Vertretungen/GK_Los_Angeles/Dokumente/Formulare/Fuehrerscheinantrag.pdf

Nach dem Inhalt kann man sich orientieren, worauf es ankommt. Wenn nach einem früheren Führerschein gefragt wird, einfach nichts eingeben, da es sich an nationale Faktoren orientiert. D.h. es kann so ausgefüllt werden, als hätte man in Österreich noch nie einen Führerschein gemacht und besessen.
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matthias198080@gmail.com
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Re: Deutscher Staatsbürger mit Wohnhaft in Österreich will Führerschein in Österreich machen trotz MPU (VPU) in Deutschl

Beitrag von matthias198080@gmail.com » 26.07.2020, 20:37

Nicht richtig , die Behörden fragen das sehrwohl ab. Ganz easy sogar über : EUCARIS.

Wahrscheinlich das erste was sie machen, wenn er den Antrag stellt.

LG

alles2
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Re: Deutscher Staatsbürger mit Wohnhaft in Österreich will Führerschein in Österreich machen trotz MPU (VPU) in Deutschl

Beitrag von alles2 » 27.07.2020, 00:34

Uff, das kann man aber auch freundlicher vermitteln :-(
Schließlich habe ich nicht behauptet, dass es keinen zentralen Führerscheinregister gäbe, sondern dass mir unter den erwähnten Kriterien keiner bekannt ist. Den EUCARIS kenne ich nur als eine Datenbank, die zur Überprüfung einer KFZ-Zulassung und Vorhandensein oder Gültigkeit einer Fahrerlaubnis dient.

Wenn dort auch Personen vermerkt sind, wonach Sie einen Idiotentest machen müssten, wäre es mir neu und ich Dir dankbar für den Hinweis. Keine Ahnung, inwiefern dieses Register mittlerweile ausgebaut wurde. Denn ich kann mich noch gut erinnern, wie man noch vor einigen Jahren über die Eindämmung des Führerscheintourismus diskutiert hatte. Und wenn dort auch was von einem verpflichtenden Eignungstest stehen würde, was ich mir nicht vorstellen kann, macht es wenig Sinn, zumal anscheinend nur Deutschland und Österreich auf solche Untersuchungen setzen, die sich noch dazu unterscheiden.

Dennoch darf man mit dem Schein aus den anderen Ländern auf deutschen/österreichischen Straßen fahren. Also eine einheitliche EU-übergreifende psychologische Untersuchung gibt es nicht. Daher würde mich ein Vermerk diesbezüglich in außerhalb des eigenen Landes schon wundern.

Wenn das über 20 Jahre alte System wirklich die Funktion hätte, wäre aus einem Artikel von tz.de aus dem Jahre 2015 nicht folgendes zu lesen:
Der Automobilclub von Deutschland verlangt darüber hinaus ein zentrales elektronisches Führerschein-Register für Europa, damit für jeden Bürger nur ein Führerschein ausgegeben werden kann. Nur damit könne der Führerschein-Tourismus wirksam bekämpft und eingedämmt werden. Verkehrsgerichtstags-Präsident Nehm sieht es ähnlich: „Ein Register wäre sicher vernünftig.“
Noch dazu handelt es sich aufgrund des ordentlichen Wohnsitzes und des hiesigen Erwerbslebens nicht um den typischen Führerscheintouristen. Auch eine etwaige Sperrfrist sollte nach so langer Zeit kein Thema mehr darstellen.
Also wenn sich der Kandidat in Österreich nie etwas zu Schulden hat kommen lassen, wäre die rechtliche Grundlage interessant, warum er die Untersuchung durchlaufen müsste.
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