Fragen zum Grundbuch

Diskutieren Sie Fragen der Vermögensregelung, der Kindererziehung oder der Scheidungsfolgen.
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Stefi
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Fragen zum Grundbuch

Beitrag von Stefi » 23.05.2020, 18:26

Hallo!

Kurz zu meiner Situation: Ich stecke gerade mitten in der Scheidung, mein (noch) Mann und ich haben 3 minderjährige Kinder. Prinzipiell sind wir uns in den wesentlichen Punkten einig und ich habe auch bereits den Scheidungsvergleich aufgesetzt. Was mir allerdings Kopfzerbrechen bereitet und ich zugegebenermaßen unvorbereitet angegangen bin ist die Sache unseres gemeinsamen Hauses. Mein Mann überlässt mir das Haus und verlangt eine Ausgleichszahlung die ich ihm auf Raten abbezahle. Die wurde auch so festgelegt, dass ich es mir leisten kann. Mein Mann verzichtet hier schon auf eine gewisse Summe (er hat doch mehr ins Haus reingesteckt als ich ihm ausbezahle) Allerdings ist es ihm wichtig, dass die Kinder im gewohnten Umfeld bleiben können und ich mir das Haus auch weiterhin ohne Abstriche leisten kann. Einzige Bedingung dass ich das Haus bis unser jüngstes Kind volljährig ist nicht verkaufe ansonsten würde er eine weitere Summe verlangen. Für mich so in Ordnung. Das steht auch alles im Vergleich. Das einzige was ich nicht bedacht habe, dass die Grundbuchänderung also die Liegenschaftsübertragung eine Menge Geld kostet. Wieviel genau weiß ich gar nicht, aber ich habe natürlich viel online gelesen und inkl. Notar/Anwaltskosten kommen da ja einige tausend Euro zusammen. Mein Mann möchte die Kosten hierfür natürlich auch nicht übernehmen, auch nicht zur Hälfte. Nun meine eigentliche Frage: Im Scheidungsvergleich gibt es ja einen Punkt der besagt dass mein Mann mir seinen Anteil der Liegenschaft mit allen Rechten und Pflichten übergibt.... Bedeutet das dass wenn mein Mann den Vergleich unterschreibt und die Scheidungs rechtskräftig ist er mir nichts mehr "anhaben" kann auch wenn er noch im Grundbuch steht? Denn dann wäre es für mich ja gar nicht notwendig seine Liegenschaftshälfte auf mich umschreiben zu lassen, da ja eh alles im Vergleich vermerkt ist. Od ist der Vergleich nur dann wirksam wenn auch die Grunduchbereinigung stattgefunden hat? Meine Angst besteht natürlich darin, dass ich jetzt alle Kredite selbst zurück bezahle, das Haus in Schuss halte und wenn die Schulden getilgt sind mein dann Ex-Mann vielleicht auf die Idee kommt seine Hälfte geltend machen zu wollen. Selbstverständlich möchte ich mich da gerne absichern und mir ist auch bewusst dass eine Grundbuchsänderung bzw. löschung der sicherste Weg ist aber leider sind die damit verbundenen Kosten für mich nicht tragbar, wenn es überhaupt stimmt, dass diese so hoch sind. Wie gesagt, das habe ich gelesen.

Ich hoffe sehr dass mich hier jemand diesbezüglich aufklären bzw beraten kann, wie ich hier am besten weiter vorgehe...



alles2
Beiträge: 565
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Re: Fragen zum Grundbuch

Beitrag von alles2 » 23.05.2020, 20:50

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https://forum.jusline.at/viewtopic.php?f=2&t=15407&p=36238#p36238

Also einen Anwalt braucht man dafür nicht unbedingt. Nicht zuletzt, weil ihr sogar ohne Scheidungsanwalt auskommt und sonst in allen Belangen kompromissbereit seid. Es wird zwar empfohlen, aber wenn man sich unsicher ist, kann man sich noch immer an die AK wenden.
Kläre das noch sicherheitshalber mit der Gemeinde ab, ob der Verbücherung eh nichts im Wege stehen würde. Vergiss nicht, auch vorher die Grunderwerbsteuer zu zahlen.

Die anfallenden Kosten wären im günstigsten Fall eigentlich recht überschaubar. Etwa 44 Euro (bei der elektronischen Antragstellung?) oder maximal 62 Euro für die Eingabengebühr. Das Gericht legt für die Eintragungsgebühr 1,1 % vom (vereinbarten) Kaufpreis fest.
Bei Nachrichten gehe ich nur noch auf Anliegen mit privaten Informationen ein. Ansonsten nutzt bitte das öffentliche Forum. Meine persönlichen Rechtsmeinungen erheben keinen Anspruch auf Aktualität, Richtigkeit oder Vollständigkeit. Bin kein Anwalt!

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