Diskriminierung KÜndigung

Hier werden Fragen zum Arbeitsverhältnis und zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses diskutiert.
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Buben2
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Diskriminierung KÜndigung

Beitrag von Buben2 » 04.02.2019, 19:19

Hallo!

Kann man jemanden diskriminiert haben mit einer Kündigung, wenn man nicht wusste, dass er behindert ist und es auch niemals angegeben hat und auch nicht mittels Bescheid festgestllt wurde?

Wie wehrt man sich gegen so einen Vorfall.

DAnke



FHoll
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Re: Diskriminierung KÜndigung

Beitrag von FHoll » 07.02.2019, 08:11

Ja. Überspitztes Beispiel: Sie Kündigen jemanden, weil er Sie als Arschloch bezeichnet. Hinterher kommt raus, er hat Tourette. Der Grund, warum Sie ihn gekündigt haben, ist somit die Behinderung, auch, wenn Sie nichts davon wussten.

Umgekehrt: Sie kündigen Ihren Mitarbeiter, weil er sein Soll nicht erfüllt und für jede Aufgabe doppelt so lange braucht, wie seine Kollegen. Hinterher kommt raus, er hat Tourette. Die Behinderung hat gar nichts mit dem Kündigungsgrund zu tun, selbst wenn Sie es gewusst hätten, wäre es keine Diskriminierung.

Man "wehrt" sich, indem man den eigentlichen Kündigungsgrund angibt. Wenn dieser in keinem Zusammenhang mit der Behinderung steht war es das. Wenns einen Zusammenhang gibt, dann "wehrt" man sich nicht gegen den Vorwurf, sondern entschuldigt sich für das Versehen...

ErbendesFamilienmitglied
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Re: Diskriminierung KÜndigung

Beitrag von ErbendesFamilienmitglied » 07.02.2019, 11:09

Ihr habt Kündigung und Entlassung vermischt, darum hier eine genaue Definitin von beiden.

Ein Arbeitgeber kann jeden Arbeitnehmer OHNE Grund jederzeit kündigen, solange alle damit verbundenen Fristen und Rechte eingehalten werden.

Bei einer Entlassung, d.h. der Mitarbeiter wird heute aus dem Dienst entlassen und erscheint nie wieder in der Firma, muss sehr wohl ein guter Grund (Ehrenverletzung, Betrug, Fernbleiben von der Arbeit, etc....) vorliegen.

FHoll
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Re: Diskriminierung KÜndigung

Beitrag von FHoll » 07.02.2019, 11:49

ErbendesFamilienmitglied hat geschrieben:
07.02.2019, 11:09
Ein Arbeitgeber kann jeden Arbeitnehmer OHNE Grund jederzeit kündigen, solange alle damit verbundenen Fristen und Rechte eingehalten werden.
Danke, aber vermischt haben wir da nichts. Für eine Kündigung braucht es keine Angabe von Gründen. Allerdings gibt es sogenannte Motivkündigungen. Beispielsweise, wenn man jemanden kündigt, weil er einen Betriebsrat gründen will. Oder, wenn man einen Mann kündigt, weil er in Vaterkarenz gehen will. Oder, wenn man jemanden kündigt, weil er zu keinen sexuellen Gefälligkeiten bereit ist,...

Diskriminierungen zählen zwar meines Wissens nicht direkt zu den Motivkündigungen, aber es funktioniert genau so: Niemand darf gekündigt werden, weil er alt, weiblich oder eben behindert ist. Man darf aber Senioren, Frauen und Behinderte aus anderen Gründen kündigen, die man nicht bekanntgeben muss. Nur, wenn diese dann auf Wiedereinstellung oder Schadenersatz klagen, wird man ganz schnell einen Grund nachreichen.

Buben2
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Re: Diskriminierung KÜndigung

Beitrag von Buben2 » 14.02.2019, 13:44

Die Person xy bekam eine Umschulung/Schulung, weil der Dienstgeber sie behalten wollte. Sie war zuvor nur 12 h als techn. Assistenz für den Außendienst gemeldet, das sollte ausgeweitet werden, auch für Büro. Dienstnehmer macht Kurs, kann trotzdem nicht die Anforderungen erfüllen, ist inzwischen 20 h eingestellt, jedoch arbeitet nur 10 h effektiv. Braucht ewig für alles. Dienstgeber kann seiner Arbeit kaum mehr nachkommen, weil er ständig erklären muss. Es wird vereinbart, dass die Stunden wieder auf 12 h reduziert werden, da es einfach nicht klappt. Dienstnehmer weigert sich. Daraufhin geht Dienstnehmer in Krankenstand. Dienstgeber versucht, dass Dienstnehmer ein Formular unterschreibt, dass dieser nach dem Krankenstand wieder mit 12 h weiterarbeitet, lehnt Dienstnehmer auch ab. Voraussichtliches Ende vom Krankenstand auch nicht absehbar. Es wird einvernehmliche Auflösung angeboten mit der Option, nach dem Krankenstand wieder mit 12 h anfangen zu können - wird auch abgelehnt. Schließlich kündigt Dienstgeber den Dienstnehmer im Krankenstand, alle Fristen eingehalten, alles ausbezahlt. Nach Wochen kommt dann Anzeige wegen Diskriminierung hinsichtlich Behindertengleichstellungsgesetz - Behinderung bis dato jedoch unbekannt.

Was kann man hier tun?

Danke!

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