schwangerschaft

Hier werden Fragen zum Arbeitsverhältnis und zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses diskutiert.
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vesa
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schwangerschaft

Beitrag von vesa » 16.06.2016, 23:34

habe ein rießen Anliegen. Vllt kann mir jemand helfen.
Steh bis 31.7.16 in einem befristeten dienstberhältnis bei einer gemeinde. nun bin ich aber schwanger. was nun? :cry:



lexlegis
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Beitrag von lexlegis » 17.06.2016, 09:38

Sehe da kein so großes Problem. Wenn Sie nicht besonders schwere oder für das Kind gesundheitsschädliche Arbeiten (siehe Mutterschutzgesetz) verrichten müssen, sollte es Ihnen auch möglich sein schwanger weiterzuarbeiten.

Hier ein Beispiel aus dem steiermärkischen Mutterschutzgesetz:
Verbotene Arbeiten für werdende Mütter

§ 5

(1) Werdende Mütter dürfen keinesfalls mit schweren körperlichen Arbeiten oder mit Arbeiten oder in Arbeitsverfahren beschäftigt werden, die nach der Art des Arbeitsvorganges oder der verwendeten Arbeitsstoffe oder geräte für ihren Organismus oder für das werdende Kind schädlich sind.

(2) Als Arbeiten im Sinne des Abs. 1 sind insbesondere anzusehen:

1. Arbeiten, bei denen regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als 10 kg Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben oder regelmäßig Lasten von mehr als 8 kg Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als 15 kg Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand bewegt oder befördert werden; wenn größere Lasten mit mechanischen Hilfsmitteln gehoben, bewegt oder befördert werden, darf die körperliche Beanspruchung nicht größer sein als bei vorstehend angeführten Arbeiten;

2. Arbeiten, die von werdenden Müttern überwiegend im Stehen verrichtet werden müssen sowie Arbeiten, die diesen in ihrer statischen Belastung gleichkommen, es sei denn, dass Sitzgelegenheiten zum kurzen Ausruhen benützt werden können; nach Ablauf der 20. Schwangerschaftswoche alle derartigen Arbeiten, sofern sie länger als vier Stunden verrichtet werden, auch dann, wenn Sitzgelegenheiten zum kurzen Ausruhen benützt werden können;

3. Arbeiten, bei denen die Gefahr einer Berufserkrankung im Sinne der einschlägigen Vorschriften des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes, BGBl. Nr. 189/1955, gegeben ist;

4. Arbeiten, bei denen die werdenden Mütter Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen, gleich ob in festem, flüssigem, staub, gas oder dampfförmigem Zustand, gesundheitsgefährdenden Strahlen oder schädlichen Einwirkungen von Hitze, Kälte oder Nässe ausgesetzt sind, bei denen eine Schädigung nicht ausgeschlossen werden kann;

5. die Bedienung von Geräten und Maschinen aller Art, sofern damit eine hohe Fußbeanspruchung verbunden ist;

6. die Bedienung von Geräten und Maschinen mit Fußantrieb, sofern damit eine hohe Fußbeanspruchung verbunden ist;

7. Beschäftigung auf Beförderungsmitteln;

8. das Schälen von Holz mit Holzmessern;

9. Arbeiten, die von werdenden Müttern ständig im Sitzen verrichtet werden müssen, es sei denn, dass ihnen Gelegenheit zu kurzen Unterbrechungen ihrer Arbeit gegeben wird;

10. Arbeiten mit biologischen Stoffen im Sinne des § 26 Abs. 4 Z 2 bis 4 St. BSG soweit bekannt ist, dass diese Stoffe oder die im Falle einer durch sie hervorgerufenen Schädigung anzuwendenden therapeutischen Maßnahmen die Gesundheit der werdenden Mutter oder des werdenden Kindes gefährden.

(3) Werdende Mütter dürfen nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen sie mit Rücksicht auf ihre Schwangerschaft besonderen Unfallgefahren ausgesetzt sind.

(4) Im Zweifelsfall ist ein Gutachten des Amtsarztes darüber einzuholen, ob eine Arbeit unter ein Verbot gemäß den Abs. 1 bis 3 fällt.

(5) Werdende Mütter dürfen mit Arbeiten,

1. bei denen sie sich häufig übermäßig strecken oder beugen oder bei denen sie häufig hocken oder sich gebückt halten müssen sowie

2. bei denen der Körper übermäßigen Erschütterungen oder

3. bei denen die Dienstnehmerin besonders belästigenden Gerüchen oder besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt ist,
nicht beschäftigt werden, wenn diese Arbeiten für den Organismus der werdenden Mutter oder für das werdende Kind schädlich sind und im Fall der Z 3 dies auch von einem Gutachten eines Amtsarztes bestätigt wird. Gegebenenfalls hat der Dienstgeber ein amtsärztliches Gutachten einzuholen.

(6) Werdende Mütter, die selbst nicht rauchen, dürfen, soweit es die Art des Dienstes gestattet, nicht an Arbeitsplätzen beschäftigt werden, bei denen sie der Einwirkung von Tabakrauch ausgesetzt werden. Wenn eine räumliche Trennung nicht möglich ist, hat der Dienstgeber durch geeignete Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass andere Dienstnehmer, die im selben Raum wie die werdende Mutter beschäftigt sind, diese nicht der Einwirkung von Tabakrauch aussetzen.

Hubert Neubauer
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Beitrag von Hubert Neubauer » 17.06.2016, 11:31

Ich glaube der Fragenstellerin geht es um ein anderes Anliegen.

Die Befristung während einer Schwangerschaft wird gehemmt, dies bis zum Beginn des Mutterschutzes (8 Wochen vor dem Geburtstermin).

Das heißt, dass Sie das Arbeitsverhältnis bis 8 Wochen vor der Schwangerschaft dauert, auch wenn die Befristung vorher vertraglich enden würde.

vesa
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Beitrag von vesa » 17.06.2016, 11:53

danke für die antwortn... genau um das problem gehts.. hab mich nicht richtig ausgedrückt. trotz schwangerschaft beenden sie mwin dienstberhältnis da dies bwi ihnen anscheinend üblich ist. obwohl ich daa nicht in ordnung finde

Hubert Neubauer
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Beitrag von Hubert Neubauer » 17.06.2016, 12:20

So ein Vorgehen ist unzulässig (außer bei sachlicher Begründung)!

Sie haben besonderen Schutz nach dem Mutterschutzgesetz.

Befristete Dienstverhältnisse

§ 10a. (1) Der Ablauf eines auf bestimmte Zeit abgeschlossenen Dienstverhältnisses wird von der Meldung der Schwangerschaft bis zu dem Beginn des Beschäftigungsverbots nach § 3 Abs. 1 oder dem Beginn eines auf Dauer ausgesprochenen Beschäftigungsverbots nach § 3 Abs. 3 gehemmt, es sei denn, daß die Befristung aus sachlich gerechtfertigten Gründen erfolgt oder gesetzlich vorgesehen ist.

(2) Eine sachliche Rechtfertigung der Befristung liegt vor, wenn diese im Interesse der Dienstnehmerin liegt, oder wenn das Dienstverhältnis für die Dauer der Vertretung an der Arbeitsleistung verhinderter Dienstnehmer, zu Ausbildungszwecken, für die Zeit der Saison oder zur Erprobung abgeschlossen wurde, wenn aufgrund der in der vorgesehenen Verwendung erforderlichen Qualifikation eine längere Erprobung als die gesetzliche oder kollektivvertragliche Probezeit notwendig ist.



Melden Sie umgehend die Schwangerschaft (nachweislich oder lassen Sie sich die Meldung bestätigen). Sollte der AG an der Befristung festhalten würde ich umgehend einen Anwalt oder die AK aufsuchen.

Aus welchem Bundesland kommen Sie?

vesa
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Beitrag von vesa » 17.06.2016, 12:36

die ak ist nicht für mich zuständig und ich wwis einfach nicht mehr wo ich noch nachfragen kann... bin gemeindebedienstete. und arbeite in bundesland tirol

Hubert Neubauer
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Beitrag von Hubert Neubauer » 17.06.2016, 12:46

Geben Sie mir Ihre EMail dann kann ich Ihnen weiterführende Infos schicken.

Hubert Neubauer
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Beitrag von Hubert Neubauer » 17.06.2016, 15:07

P.S. Das Tiroler Mutterschutzgesetz bietet auch Gemeindebediensteten im Bundesland Tirol denselben Schutz wie § 10a MSchG.

vesa
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Beitrag von vesa » 17.06.2016, 17:41

sannyadamovic@gmail.com dankee vielmals

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