Heikle Geschichte

Hier werden Fragen zum Arbeitsverhältnis und zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses diskutiert.
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Fortis
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Heikle Geschichte

Beitrag von Fortis » 08.10.2015, 23:56

Guten Abend,

ich bin leider kein Jurist und deshalb schon lange am Ende mit meinem Wissen, inzwischen bin ich schon richtig verzweifelt.
Ich hoffe es macht sich überhaupt jemand die Mühe dies zu lesen und kann mit vielleicht sogar gute Ratschläge geben damit ich rechtlich abgesichert bin.
Ich werde versuchen alles genau aufzuführen (Fakten und wie bisher vorgegangen wurde). Ich muss dabei anonym bleiben, da viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen und ich keinen Skandal lostreten möchte der eventuell medial wird. Dieser Fall ist ist real und gerade aktuell und werde deswegen natürlich keine Namen nennen.
Es geht um eine große soziale Einrichtung des Fonds Sozialen Wien, die aus mehreren Häusern besteht. In diesen werden alte Menschen gepflegt und betreut.
Die Geschäftsführung dieser Einrichtung hat beschlossen auf eigene Faust die Arbeitszeiten von 12 Stunden täglich auf 6,8 oder 10 Stunden täglich zu ändern. Das Dumme an der ganzen Sache ist, dass dies den Mitarbeitern aufgezwungen wird, um die Lohnkosten zu senken und somit auch die Qualität der Pflege.
Keiner der Mitarbeiter der Firma in einem dieser Häuser möchte diese und hat viele gute Argumente gegen diese Umstellung. Die Geschäftsführung ist jedoch der Meinung, dass dies gesundheitsfördernd sei und möchte gleichzeitig die Nachtarbeit auf 12 Stunden belassen, da sie dies als sozial, ökonomisch und ethisch korrekt hält.
Hier kommen für uns Mitarbeiter erste Unstimmigkeiten auf, warum sind 12-Stunden-Dienste am Tag schlecht, aber in der Nacht in Ordnung?
Hier ist die erste Fragestellung, die rechtlich abgeklärt werden sollte: darf eine staatliche Einrichtung die Dienstzeiten einseitig, trotz bestehender Betriebsvereinbarung sowie Kollektivvertrag einseitig, auf Eigeninteresse ändern (Grundlage BAGS KV und Betriebsvereinbarung)?


Wir waren bereits mehrmals bei der Gewerkschaft GPA, haben auch dort mit Anwälten gesprochen und wurden konsequent falsch beraten, da diese für die Geschäftsführung und gegen die Mitarbeiter arbeitet.
Ich weiß, dass dies ein haltloser Korruptions-Vorwurf ist, doch es ist schwer zu beweisen.
Ist es möglich eine Gewerkschaft wie die GPA auf Korruption zu klagen? 30 Mitarbeiter müssen sich zur Zeit alleine gegen die Geschäftsführung einer der größten sozialen Einrichtungen Österreichs stellen und die Gewerkschaft GPA, die eigentlich für die Rechte der Mitarbeiter zuständig wäre, schlägt sich jedoch auf die Seite der Einrichtung.

Unsere Interessen wurden beinhart übergangen, alle Gespräche verliefen ohne Ergebnisse, wir wurden lediglich für dumm verkauft, Gesetzestexte wurden uns falsch erläutert und wir wurden mit schwammigen Aussagen abgespeist, nur damit sich am Ende niemand mehr auskennt und alle verunsichert sind. Das Resultat daraus war; unzufriedene Mitarbeiter, schlechtes Arbeitsklima und teilweise Überforderung.
Somit konnten wir bei unserer letzten Instanz, der Arbeiterkammer, keine konkreten Angaben machen. Diese wäre jedoch bereit uns zu unterstützen wenn wir konkrete Pläne haben.

Würde eine Möglichkeit bestehen jemanden, oder die Firma, zu klagen um die konkreten Pro und Kontra beider Parteien zu erörtern, da ich mir persönlich nicht vorstellen kann, dass eine einseitige Änderung der Betriebsvereinbarung, sowie BAGS KV möglich ist.

Wir fühlen uns alle ungerecht behandelt, übergangen und finden absolut keine Anlaufstelle, die uns konkret helfen möchte (Ausnahmen Arbeiterkammer).

Die definitive Rechtslage wissen wir seit einer Woche, dank eines internen Briefes der Geschäftsführung.
Laut dem Inhalt des Briefes ist rechtlich nichts gegen 12-Stunden-Dienste (auch nicht am Tag) einzuwenden, sofern dies in der Betriebsvereinbarung festgehalten wurde, was der Fall ist.
Laut BAGS KV sind ebenfalls 12 Stunden rechtlich abgesichert.
Unser Standpunkt ist der, wir wollen 12-Stunden-Dienste beibehalten wie bisher.
Der Standpunkt der Geschäftsführung ist jener, dass maximal 10 Stunden am Tag und 12 Stunden Arbeitszeit in der Nacht gesundheitsförderlicher sind (meiner Meinung nach, kann das gerichtlich nicht haltbar sein, Entweder-Oder!)

Ich würde mich ebenfalls über Ratschläge bezüglich Anlaufstellen/Schlichtungsstellen eurerseits freuen.
Könnten wir eventuell damit auch an die Öffentlichkeit gehen (Zeitung, Fernsehen, Internet,...)?
Mit welchen allgemeinen- und rechtlichen Konsequenzen müssten wir dann rechnen?

Vielen Dank im Vorraus.



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