"Gespräch" mit dienstrechtlichen Konsequenzen, Pflege

Hier werden Fragen zum Arbeitsverhältnis und zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses diskutiert.
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PfauRegenborgen
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"Gespräch" mit dienstrechtlichen Konsequenzen, Pflege

Beitrag von PfauRegenborgen » 06.03.2020, 16:58

Pflegerin in großem Universitätsklinikum (fachlich kompetent, nichts zu Schulden gekommen lassen und bis jetzt dienstrechtlich nie auffällig), befindet sich in Sonderausbildung, wendet sich per Mail an betreuende Lehrerin und bittet um einen freien Tag. Lehrerin an dem Tag auf Urlaub, Abwesenheitsnotiz kommt in den Spam-Ordner, wird nicht bemerkt. Die Pflegerin (in dem Fall auch Studentin) bleibt daheim, Lehrerin schreibt am nächsten Tag per Mail, Pflegerin solle sich bei Stationsleitung melden und einen Urlaubstag nehmen. Hätte selbstverständlich besser laufen müssen, Anruf ist Mail vorzuziehen, Pflegerin ist sich des Fehlers bewusst und bereut diesen (hat sie auch mehrfach persönlich angebracht), ist aber leider im Ausbildungs-Endspurt passiert.
Stationsleitung meldet diesen Vorfall an Bereichsleitung und Lehrgangsleitung, es gibt eine schriftliche Verwarnung der Lehrgangsleitung und ein rügendes Gespräch mit der Bereichsleitung, Thema scheint erledigt. Das ganze nun fast 4 Monate her, es kommt nun eine Aufforderung in der Pflegedirektion zu erscheinen, mit dem Betreff "Unentschuldigtes Fernbleiben der Sonderausbildung", geladen sind neben Direktion auch Bereichs- und Stationsleitung, der Arbeitnehmerin wird angeboten, jemanden vom Betriebsrat mitzunehmen (wären aber immer noch 3 gegen 2). Bereichsleiter erwähnt, dass noch alle dienstrechtlichen Konsequenzen möglich sind. Die Pflegerin, die während der Sonderausbildung auch offen auf Missstände hingewiesen und Probleme angesprochen hat, ist nun mehr als besorgt, es plagen sie Existenzängste, sie hat Angst vor dem Gespräch und eventuellen Konsequenzen. Sie hat Angst dass an ihr aufgrund der Kritik ein Exempel statuiert werden könnte.

Was könnte ihr im schlimmsten Fall passieren, wie soll sie sich verhalten. Was sagt das Arbeitsrecht dazu? Ich würde mich sehr freuen, wenn uns jemand helfen kann - die Betreffende ist massiv gestresst.
Vielen Dank im Voraus!



alles2
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Re: "Gespräch" mit dienstrechtlichen Konsequenzen, Pflege

Beitrag von alles2 » 07.03.2020, 00:46

Es macht jetzt wenig Sinn, alle Szenarien durchzuspielen, da alles mögliche passieren kann, wir die näheren Umstände nicht kennen und es keine Pauschallösung gibt. Auch weil Sie vielleicht nicht alle wesentlichen Aspekte kennen. Wir wissen u.a. nicht, wie die andere Seite die Angelegenheit sieht. Vielleicht folgt sogar eine unberechtigte oder unbegründete Entlassung oder Kündigung. Wenn es was Konkretes gibt, kann man gerne darauf eingehen. Auch bis hin, ob die Rückforderung der Ausbildungskosten ein Thema sein wird.

Ansonsten würde ich zu "Ruhig Blut!" raten und sich abermals möglichst reumütig zeigen. Sich eingestehen, einen Fehler gemacht zu haben und daraus gelernt zu haben. Vorschläge machen, was man hinkünftig anders machen würde, damit das nicht mehr vorkommen wird.
Ok, das mit dem Spam-Ordner ist dumm gelaufen, befreit den Absender nicht jeglicher Schuld. Ich persönlich würde eher weniger Verständnis dafür aufbringen, dass man einfach an dem Tag fern bleibt, ohne überhaupt eine schriftliche oder mündliche Erlaubnis bekommen zu haben.

Na klar, jeder geht mit so einer Situation anders um. Aber jetzt schon den Teufel an die Wand zu malen oder sich "anzuscheißen" bringt auch niemanden was. In dem Fall kommen womöglich irgendwelche Rechte und Gesetze zur Anwendung, die man nüchtern betrachten und damit umgehen muss. Da haben irgendwelche Angstzustände keinen Platz. Mag jetzt brutal klingen, aber so kann die harte Realität sein!

Vielleicht kann sich die Betroffene an die ÖGKV oder Pflegekammer (?) wenden, wenn noch Zeit zu handeln ist. Jemanden in der Ausbildung zu kündigen ist nicht so einfach. Soweit sie nicht in der Probezeit ist und sie sich keinen schlimmen Fehler zuschulden hat kommen lassen, dürfte das "Auflehnen" gegen diverse Umstände kein Kündigungsgrund darstellen. Die Direktion wird wohl ausführen, dass sie nicht ins Team passen würde. Vielleicht spricht die genannte Anlaufstelle mal mit denen bzw. könnte das "Kräfteverhältnis" damit ausgeglichen werden (3:3).

Die Kündigung von Ausbildungsverträgen müssen schon plausibel begründet werden. Früher war das nur schwer möglich. Heute geht es leichter. Nur machen es die Betriebe wegen dem Ruf nicht gerne, weswegen sie daher den schwarzen Peter gerne mal weitergeben, indem sie dem Azubi nahelegen, selbst zu kündigen. Aber darauf sollte ja nicht eingegangen werden!
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