Kündigung durch Arbeitgeber (zu unrecht)

Hier werden Fragen zum Arbeitsverhältnis und zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses diskutiert.
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serpentes7
Beiträge: 1
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Kündigung durch Arbeitgeber (zu unrecht)

Beitrag von serpentes7 » 13.02.2020, 19:14

Hallo,

ich bin neu hier und entschuldige mich schon mal, falls ich hier etwas falsch mache (bzw. es das Thema schon gibt oder ich hier falsch bin).

Es geht lediglich um meine Kündigung, die ich zu unrecht erhalten habe.
Sehr merkwürdig und ich bin bisher nur auf taube Ohren gestoßen und weiß nicht mehr weiter.

Ich möchte nicht zu viele Details preisgeben, wenn die aber notwendig sind, werde ich sie dann erläutern.
Mein Dienstverhältnis wurde vorzeitig beendet durch den Arbeitgeber mit der Begründung "§ 32 VBG, Abs 2, Punkt 3: im allgemeinen erzielbaren angemessenen Arbeitserfolg trotz Ermahnungen nicht erreicht".

Es gab eine Ermahnung, weil ich mich zum Dienst verspätet habe, das habe ich angenommen und es ist nicht mehr vorgefallen.
Nun, ich wurde an der Dienststelle einige Zeit gemobbt und habe versucht mich dagegen zu wehren. Ich saß am kürzeren Ast.
Dann gab es plötzlich ein Protokoll in dem die Mitarbeiter, mit denen ich gearbeitet habe, zu mir befragt wurden. Ich habe es von einer Person schriftlich, dass das was im Protokoll stand, nicht ihre Worte waren. Von einer weiteren habe ich genau dasselbe, leider nur mündlich. Die dritte Person, war die, die mich gemobbt hat.

Ich durfte das Protokoll weder sehen, noch durfte ich zu den Vorwürfen Stellungnahme beziehen.
Das Protokoll war letztendlich der Grund für meine Kündigung. Auf Nachfrage, ob ich das sehen dürfte, wurde mir gesagt, ich hätte es unterschrieben. Das stimmt nicht. Ich habe es erst am letzten Arbeitstag, nach der Kündigung bekommen und auch nur einen Absatz davon.

Jede Anlaufstelle, die es gab habe ich schon kontaktiert und habe bisher weder Hilfe noch anderweitige Informationen erhalten.

Außerdem, habe ich bis auf die eine Ermahnung, wegen dem Verspäten, auch keine weiteren bekommen. Das Verspäten ist auch nie wieder vorgekommen.

Dürften Sie mich denn überhaupt einfach so kündigen unter dem Grund?

Es ist sehr merkwürdig. Ich weiß nicht, an wen ich mich wenden kann oder ob ich überhaupt etwas tun kann. Finde es jedoch sehr ungerecht.

Ich hoffe es ist nicht all zu viel und zu durcheinander. Bin sehr dankbar für hilfreiche Antworten.

LG serpentes7



mastercrash
Beiträge: 192
Registriert: 15.10.2019, 23:42

Re: Kündigung durch Arbeitgeber (zu unrecht)

Beitrag von mastercrash » 13.02.2020, 21:07

Folgende Informationen wären noch nicht schlecht:

Sie schreiben, "Mein Dienstverhältnis wurde vorzeitig beendet".
Handelt es sich also um einen befristeten Arbeitsvertrag?

Kündigung und Befristung schließen sich grundsätzlich aus.

Daher ist die weitere Frage:
Handelt es sich um eine Kündigung oder um eine Entlassung?

Das müsste zuerst geklärt werden.
Ich weise darauf hin, dass auf die von mir in diesem Forum gegebenen kostenlosen Auskünfte keine Gewährleistung auf Richtigkeit besteht und keine professionelle Rechtsberatung ersetzen kann.

alles2
Beiträge: 308
Registriert: 09.08.2015, 11:35

Re: Kündigung durch Arbeitgeber (zu unrecht)

Beitrag von alles2 » 14.02.2020, 00:36

Also eigentlich sagt Deine dick hervorgehobene Zeile schon alles aus!

Um diesen Kündigungsgrund geltend machen zu können, müssen zwei Ermahnungen, die es laut Deiner Ausführung nicht gibt, vorliegen. Diese Ermahnungen müssen für Dich klar verständlich sein und beinhalten, was man von Dir erwartet, damit sich der Arbeitserfolg einstellt.

Für mich handelt es sich ganz klar um eine Kündigung, weil der genannte Grund gerne mal bemüht wird, wenn ein gesetzlicher Entlassungsgrund nicht angewendet werden kann.

Was mich jedoch darüber hinaus interessieren würde ist, welche Anlaufstellen (Betriebsrat, Gewerkschaft, Arbeiterkammer?) es waren, was diese von Dir wissen wollten und welche Einschätzung Du von Ihnen bekommen hast.

Und auf was bist Du eigentlich aus? Ich meine, bei dem vergifteten Klima macht es wenig Sinn, sich an dem Dienstverhältnis zu klammern. Kündigungsentschädigung? Abfertigung? Sonderzahlungen?
Zuletzt geändert von alles2 am 16.02.2020, 21:09, insgesamt 1-mal geändert.
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SVNU
Beiträge: 2
Registriert: 18.03.2019, 14:58

Re: Kündigung durch Arbeitgeber (zu unrecht)

Beitrag von SVNU » 16.02.2020, 19:00

Grundsätzlich braucht der Dienstgeber garkeinen Grund für eine Kündigung zu nennen, sofern es sich um ein gewöhnliches Dienstverhältnis handelt - keine schwangere Dienstnehmerin, nicht behindert, nicht Betriebsrat, nicht SVP, etc., wie auch kein befristetes Dienstverhältnis.
dazu möchte ich zu der obigen Bemerkung etwas einwenden ("Kündigung und Befristung schließen sich grundsätzlich aus."): ist die Befristung lang genug, kann auch innerhalb der Befristung unter Wahrung der Kündigungsfristen gekündigt werden. Allerdings hat man hier gute Chancen, wenn DAS nicht schlüssig ist, Kündigungsentschädigung bis zum Ende der Befristung zu erhalten.

Die diversen Gründe für einen Einspruch sind taxativ aufgezählt; s.a.
https://www.gpa-djp.at/cms/A03/A03_1.4.1.a/1342540604965/berufsleben/recht/arbeitsrecht-abc/kuendigungs/entlassungsanfechtung

ich würde raten, die Arbeiterkammer aufzusuchen!

SK
Beiträge: 88
Registriert: 24.01.2018, 00:23

Re: Kündigung durch Arbeitgeber (zu unrecht)

Beitrag von SK » 18.02.2020, 17:26

Offensichtlich fallen sie unter das VBG. Eine Kündigung ist daher nur möglich wenn Gründe vorliegen. Entspricht die Kündigung nicht den gesetzlichen Erfordernissen ist sie rechtsunwirksam.

Sie können die Kündigung anfechten. Dringen Sie durch, besteht das Arbeitsverhältnis weiter und Sie haben Anspruch auf das Entgelt auch für die Vergangenheit. Es gibt zur Anfechtung sehr kurze Fristen, zwischen 1 und 2 Wochen. Das hängt von der Reaktion des Betriebsrates ab, sofern einer existiert.

Hat der Betriebsrat der Kündigung zugestimmt, keine Äußerung abgegeben oder der Kündigung widersprochen?

Ich empfehle DRINGEND die AK oder einen RA aufzusuchen.

MfG RA Sebastian Kinberger

DorisMihokovic
Beiträge: 649
Registriert: 16.04.2007, 16:57

Re: Kündigung durch Arbeitgeber (zu unrecht)

Beitrag von DorisMihokovic » 22.03.2020, 20:02

Vertragsbedienstete bezahlen mW keine AK-Umlage, sodass sie keine Mitglieder sind und daher auch keinen Rechtsschutz erhalten. Falls Mitglied bei der Gewerkschaft, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dieser.

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