Hochschule Schmerzensgeld

In diesem Forum werden Rechtsfragen im Zusammenhang mit dem Status der Universität, den Studienordnungen, usw. diskutiert.
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Abbuzze
Beiträge: 1
Registriert: 19.01.2010, 20:24

Hochschule Schmerzensgeld

Beitrag von Abbuzze » 19.01.2010, 20:30

Hallo-

folgender fiktiver Fall:

Student A studiert an einer Hochschule in Österreich. (FH)
Während er seine Diplomarbeit anfertigen möchte, erkrankt seine Mutter unheilbar an Krebs. Die Studiengangsleitung gewährt dem Studenten eine zusätzliche Frist von 4 Wochen zur regulären Bearbeitungszeit von 4 Monaten. Student A möchte aber eine längere Frist bekommen, da er sich psychisch nicht in der Lage fühlt das Arbeitspensum zu schaffen. Die Studiengangsleitung pocht auf die Studienordnung in der eine maximale Zeit von 4 Monaten, mit Ausnahme 5 Monate zugestanden wird.
Student A fühlt sich total überfordert und wurde auch seitens seines Dozenten unter Druck gesetzt die Frist einzuhalten. Der Dozent war in der Bearbeitungszeit eher unkooperativ und hat die Arbeit bei Feedback mehr verworfen als geholfen.
Die Aufgabenstellung war einer Diplomarbeit nicht gerecht, sondern hatte eine höheren Anspruch. Student A konnte im ersten Anlauf die Arbeit nicht fertig stellen. Folglich im zweiten Anlauf wurde dem Studenten gesagt, dass er bei einer Wiederholung höchstens mit einer 4 zu rechnen hat.
Student A konnte die Arbeit nicht vollenden und hat sich dann für den dritten Anlauf einen neuen Dozenten und ein neues Thema gesucht.
Aufgrund des permanenten Drucks auf Student A, wurde dieser latent psychisch krank. Sein Schriftbild verschlechterte sich immens, und er war nicht mehr in der Lage die volle Leistung zu vollbringen.
Die letzte Arbeit wurde beendet und der Student hat mit einer 4 bestanden.
Student A, ist kurze Zeit später an eine schwere psychische Erkrankung erkrankt. Er musste 4 Monate stationär ins Krankenhaus und ist seit einem Jahr und bis auf weiteres berufsunfähig.
Die Erkrankung ist aus der Sicht des Studenten darauf zurück zu führen, dass er (a) nicht die gewollte Auszeit bekommen hat, (b) vom Dozenten unter Druck gesetzt worden ist und (c) das langsame dahingehen seiner Mutter mit ansehen musste. Student a ist davon überzeugt, dass es nicht zu der Erkrankung gekommen wäre, wenn er sich die Arbeit hätte frei einteilen können.

Kann Student A den Dozenten bzw. die Hochschule auf Schmerzensgeld oder ähnliches verklagen und wie hoch sind die Chancen auf ein Erfolg?

Ist die Studienordnung rechtens, mit dem Zusatz dass eine Diplomarbeit maximal 5 monate bearbeitet werden darf. Auch wenn der vorliegende Härtefall vorhanden ist?



Hank
Beiträge: 1189
Registriert: 26.08.2010, 15:39

Beitrag von Hank » 12.09.2011, 02:31

Ui - dieser Beitrag ist damals durch die Lappen gegangen...

Schmerzensgeld setzt Verschulden voraus und uni-üblicher Druck ist nicht rechtswidrig.

Wenn jemand aus privat-persönlichen Gründen sein Studium nicht fortsetzen kann, dann muss man das Studium eben unterbrechen und mit den Dozenten und dem Institut informell in Kontakt bleiben, aber nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen ein Studium wegen ein paar Scheinen durchboxen wollen - was soll denn da vom Stoff hängenbleiben?

In Ihrer Situation wäre eine Verlängerung auf 6 oder 7 Monate auch kaum besser gewesen und aus besonderer Rücksicht auf private Umstände die Studien-Anforderungen herabzusetzen, hätte auch nicht viel Sinn, oder?

FranzUnwohl
Beiträge: 12
Registriert: 19.02.2012, 13:43

Beitrag von FranzUnwohl » 23.02.2012, 16:23

Lieber Hank,

persönlich hat man mitleid mit dieser situation, und das beste wäre einfach eine studienunterbrechnung, für die zeit die man braucht um wieder auf die beine zu kommen und sich nebst der belastenden situation nicht noch zusätzlich unter Druck szu stellen (lassen?!). Warum haben Sie nicht einfach die FH ersucht ein Studienjahr auszusetzten?

Anderfalls finde ich Ihre Motivation hier gleich alle zu verklagen eine typisch österreichische Haltung!

MaxMayer
Beiträge: 1
Registriert: 25.02.2012, 07:11

Beitrag von MaxMayer » 25.02.2012, 07:18

@FranzUnwohl: Hank ist nicht der Student!
@Abbuzze: Der Grund, warum die Leute auf eine FH gehen ist der, dass es fixe Zeitpläne gibt - das Ende sozusagen festgelegt ist. Die FH erzeugt Druck und man weiß das auch vorher.
Ob die FH jetzt tatsächlich Schuld ist, wird wohl schwer zu sagen sein. Der Student in diesem fiktiven Szenario wirkt aber prinzipiell etwas labil...

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