kann ich auf Parkett abschleifen bestehen?

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elsuzu
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kann ich auf Parkett abschleifen bestehen?

Beitrag von elsuzu » 14.08.2021, 23:16

Hallo!
Ich ziehe in eine 16 Jahre alte Wohnung mit Parkettboden. Er sieht noch okay aus, hat aber schon einige Kratzer und sieht halt aus wie so ein Boden nach 16 Jahren Nutzung aussieht.
Die Fußböden sind ja Vermietersache und beim Parkett wird von 12-20 Jahren ausgegangen, bis er saniert gehört - so steht es jedenfalls im Netz. Ich bin da ja jetzt im Mittel, würde das aber gerne machen lassen solange die Wohnung leer ist. Besteht hier eine Chance für mich dass der Vermieter dies tun wird? Es handelt sich um eine Genossenschaftswohnung. Ich hätte auch kein großes Problem damit einen Teil zu bezahlen, wenn ich mir dadurch Arbeit in ein paar Jahren ersparen würde.

Falls ich darauf bestehen kann, wie sollte ich das kommunizieren? Ich schicke das Übergabeprotokoll per Mail und würde es da erwähnen. Covid-bedingt habe ich die Übergabe ohne Genossenschaft nur mit dem Vormieter geregelt.

Es sind am Fliesenboden im Bad und Abstellraum die Silikonfugen teilweise aufgerissen, dies war schon bei Einzug vom Vormieter bekannt - auch dies hätte ich gerne korrigiert. Selbe Frage, habe ich hier ein Recht darauf und wenn ja, wie kommuniziere ich es? Hier sehe ich auch ein Interesse vom Vermieter, da es ja zu schweren Schäden kommen könnte bei einem Wasserschaden.

ich freue mich über jede Hilfe :)



alles2
Beiträge: 2053
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Re: Kann ich auf Parkett abschleifen bestehen?

Beitrag von alles2 » 15.08.2021, 02:42

Im Sinne des § 8 Abs.1 letzter Satz MRG (Mietrechtsgesetz) kommst Du dem Rat schon nach, etwaige Schäden zu melden. Der Genossenschaft trifft die Erhaltungspflicht nach § 14a WGG (Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz). Unternimmt diese nichts, weil größere Schäden oder die übermäßige Abnutzungen abgestritten werden, könnte man nach § 14c WGG vorgehen, zumal eine Pauschalaussage in diesen Bereichen immer schwer zu treffen ist. Aber Deine Argumentationslinie ist schon mal ganz gut.

Bei uns sagt man, dass ein Parkettboden im Auftrag des Vermieters innerhalb von 20 Jahren zweimal geschliffen und versiegelt werden muss. Daher hängt es mitunter von der Lebensdauer der Sache ab, in wie fern ein (Ex-)Mieter ein Teil der Kosten zu tragen hätte.
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elsuzu
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Re: kann ich auf Parkett abschleifen bestehen?

Beitrag von elsuzu » 15.08.2021, 16:29

danke für die Antwort!
Bedeutet das, solange der Boden nicht übermäßig abgenutzt ist oder (grobe) Schäden hat, hab ich wenig Chancen? Heute ist mir ein kleines Loch aufgefallen, er ist an manchen Stellen dort wo Möbel standen leicht verfärbt, das reicht wahrscheinlich eher nicht, oder?
Ich werde auf jeden Fall argumentieren dass es zu schweren Schäden kommen kann wenn nichts unternommen wird (besonders bei diesem Loch, da sieht man richtig die Holzsplitter, könnte auch Verletzungsgefahr sein), aber das könnten sie ja auch einfach stellenweise ausbessern denk ich.

Meine Idee wäre etwas zu schreiben wie das hier: "Das Parkett weist verfärbte Stellen, ein kleines Loch im Schlafzimmer und einige Kratzer auf und sollte, um schwerere Schäden zu vermeiden neu abgeschliffen und versiegelt werden. Die Fliesenfugen am Boden des Abstellraumes und Bad müssen erneuert werden, da es sonst bei einem Wasserschaden zu größeren Schäden kommen könnte."
Kann ich hier noch explizit hinzufügen dass ich nicht bereit bin, für Schäden zu aufzukommen die durch diese Mängel entstehen, oder versteht sich das sowieso von selbst?

Ich will halt nicht zu aggressiv auftreten, ich will ja nicht dass die gleich bereuen mich als Mieterin zu haben :)

alles2
Beiträge: 2053
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Re: kann ich auf Parkett abschleifen bestehen?

Beitrag von alles2 » 15.08.2021, 19:27

Dass die Genossenschaft wegen Untätigkeit für die Konsequenzen aufzukommen hätte, ist aus § 14a WGG mit Verweis auf § 1096 ABGB abzuleiten. Daher kann man die Anmerkungen nach dem Teil unter Anführungszeichen schon weglassen. Belehrungen und der erhobene Zeigefinger kommen selten gut an, wenn man etwas haben möchte. Deine Vorlage ist ziemlich passabel, wobei ich lediglich "müssten" statt "müssen" schreiben würde. Bis dato kann ich auch keine übermäßige Abnutzung ausmachen.
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