Absichtliches Herunterstampfen anzeigen?

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Schlaflos92
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Absichtliches Herunterstampfen anzeigen?

Beitrag von Schlaflos92 » 28.10.2020, 02:13

Guten Abend,

Ich dulde das nicht mehr :evil: :

Meine Nachbarn über mir reagieren mit Klopf-und Stampfgeräuschen auf jedes Geräusch, das ich mache (Gähnen, Sprechen, Musik in Zimmerlautstärke). Ab 22:00 halte Ich die Luft an und muss sogar raus spazieren, da der innere Druck zu viel wird. Ich komme mir hier sehr beobachtet/eingeengt und provoziert vor, was mich gesundheitlich sehr belastet.

Es sind lateinamerikanische Individuen mit einem öst. älteren Hausherr, der zu feige ist um mit mir zu sprechen. Die Türe wird vor meiner Nase verschlossen und der Hausverwalter macht gar nichts. Meine innere Ruhe habe ich schon seit die eingezogen sind nicht mehr wiedergefunden.

Ich nenne es intern "Unterdrückung", da Ich hier wegen der Zurückhaltung mit Magenschmerzen und Herzrasen schon krank werde (Ich möchte denen am liebsten eine semmeln, habe aber Vermeidungsverhalten gegenüber Konflikten).

Ich und eine Verwandte haben schon ca. 8 mal mit denen gesprochen, erst war alles immer gut und nett, aber beim letzten mal habe ich letztendlich mit der Polizei gedroht und die Hausordnung wiederholt. Auf das wurde gepfiffen.

Mit dem Hausverwalter hatte ich intensiven E-Mail-Verkehr. Ich schickte ihm Beweisaufnahmen, die er nicht geltend machte. Ich schickte ihm die Unterschrift eines Zeugen. Er ließ mich aber wochen- bis monatelang warten - und setzt am Ende auf die Polizei, wird nicht tätig. (Vernachlässigt er seine Pflichten? )

Kann man diese Klopfbelästigung "Stalking mit provokativer Lärmbelästigung" nennen? Ich vermute, dass der Stiefsohn mein Fahrrad aus Rache gestohlen hat, als ich Unterschriftenzettel verteilt habe.

Ausserdem kann Ich mir hier nicht mal mehr in Ruhe Musik gönnen, ohne dass die aus Hass herunterpoltern. Der Plan, jeder solle machen was er will, fruchtet bei uns nicht. Ich vermisse meine alten Nachbarn. Ich bin schon seit einem Jahr so unterdrückt und trau mich nichtmal mehr laut räuspern. (Wenn es nach mir geht, sollten die gar nicht mehr in diesem Haus wohnen dürfen!)

Kann Ich auch die Polizei rufen, wenn die herunterpoltern?

Was, wenn die nicht mehr poltern/stampfen/klopfen, wenn die Streife eintrifft?



Vielen Dank



alles2
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Re: Absichtliches Herunterstampfen anzeigen?

Beitrag von alles2 » 28.10.2020, 09:58

Diese Absicht der ungebührlichen Lärmerregung müsstest Du erst durch Dokumentation (Lärmprotokoll) oder Zeugen belegen können, damit man nicht auf die Idee kommt, es würde sich lediglich um ein hellhöriges Gebäude handeln. Erst dann würde eine Lärmstörungsunterlassungsklage durch Dich und/oder den Hausverwalter vor dem zuständigen Bezirksgericht Sinn machen. Das könnte eine gewisse Signalwirkung beim Nachbarn haben. Nachdem die Hausverwaltung ohnehin schon informiert wurde, könnte man auch gleich oder erst danach wegen einer angestrebten Mietminderung über die Mietzahlung unter Vorbehalt nachdenken, falls man den Wohnort nicht ändern möchte. Denn über das normale Maß hinausgehende Lärmstörungen sind ein Mangel im Wohnrecht und werden auch mal mit 5 bis 20 % veranschlagt. Mehr dazu mitunter hier:

https://forum.jusline.at/viewtopic.php?t=15913#p37468

Die Polizei kann man freilich verständigen und die Erregung einer Lärmstörung in einer ungebührlichen Weise kann nach dem Polizeistrafgesetz mit einer Verwaltungsstrafe bedroht werden (zumindest wenn es das ortsübliche Maß überschreitet). Sollte der Vorführeffekt eintreten, müsstest Du eben entsprechende Impulse setzen, damit die Nachbarn loslegen. Du erwähnst ja, dass dem so ist, sobald Du auch nur einen Mucks von Dir gibst.
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Schlaflos92
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Re: Absichtliches Herunterstampfen anzeigen?

Beitrag von Schlaflos92 » 28.10.2020, 22:06

Hallo und Danke für deine Zuwendung

die Anfrage zur Mietminderung wurde mir so beantwortet:
Hausverwalter hat geschrieben:einer Mietreduktion können wir nicht zustimmen. Bei einem Mietrückstand müssten wir eine Mahnung aussprechen und es würden Mahnkosten in Rechnung gestellt werden.
:shock:

Hellhörig ist das Haus nicht wirklich, wir haben Betonwände. Aber das macht ihr Geschlage und Gerumpel auch so krass.
Ich wohne seit 13 Jahren hier und habe keinerlei Disput mit anderen Nachbarn, daher sind andere Nachbarn definitiv auszuschließen. Meine Mutter ist sogar mit der alten Dame unter mir befreundet - der ist alles egal, was ich mache.

Dass der Mann über mir noch sagt "wir sind aus dem Schneider", nachdem er beim Hausverwalter alles bestritten hat, ist wirklich ein ganz großer Klotz. Auch riss er die Augen auf, als eine Verwandte im Stiegenhaus sagte, sie ist Zeugin von dem Klopfen.

Ich schreibe riesige Mails mit Beweisen und der Typ streitet einfach in 2 Minuten alles ab. Der Hausverwalter machte das geltend, nennt es "Aussage gegen Aussage".

Ich glaube, der ist beim Mieterschutzbund und nutzt seine Rechte aus. Die schlagen aus Verachtung zu mir herunter um mich zu kränken und verwenden so ein 2-3 Jähriges, nicht hier wohnhaftes Kind als Ausrede, wenn man hochgeht.

Diese "Ghettofrau" zerrt das weinende Kind wortwörtlich als Schutzschild vor die Türe um die Beschwerer einzuschüchtern, im Sinne von "schaut wie unschuldig wir sind - es ist das Kind".

(Natürlich, weil ein nicht hier wohnhaftes, 2-jähriges Kind um 4 Uhr Nachts mit dem Hammer mit voller Wucht gegen die Wand schlägt, bevor es überhaupt Sprechen gelernt hat. Es ist auch schon begabt im Möbelrücken und ist meist bis 3 Uhr Nachts wach. (Ironie aus). Die sind hinterhältig oder raffiniert mal hundert. Das ist mit zivilisierten Mitteln gar nicht mehr zu begreifen.)

Also das Vorführen vor der Polizei wäre bestimmt gut - könnte aber auch rasch zur Komödie werden. Ich und drei Polizisten stehen im Wohnzimmer, wo Ich dann ankündige, einmal laut zu gähnen - dann gähne Ich, alle schauen hoch und warten auf eine Reaktion. Wenn keine kommt, stehe Ich blöd da. :? Also Ich könnte einen schlechten Zeitpunkt erwischen und mich bei der Streife "unbeliebt" machen.

Also ich finde es ominös, dass nicht zumindest ein bisschen Grundvertrauen in meine Beschwerde gelegt wird. Ich habe sogar schon mit Privatdetektiven und einer Schallvisualisierungsfirma gesprochen, die mit einer Kamera die Schallquellen festhalten können - der Spaß geht aber preislich in den dreistelligen Bereich. Das geht natürlich nicht.

alles2
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Re: Absichtliches Herunterstampfen anzeigen?

Beitrag von alles2 » 29.10.2020, 02:10

Ich merke, Du hast einen guten Überblick und kannst die Situation nüchtern einschätzen. Das mit dem Detektiven wollte ich ursprünglich auch erwähnen, hatte davon dann doch abgesehen. Nicht nur weil ich jemand bin, der möglichst nach dem "DIY"-Prinzip lebt, sondern weil das Gericht sein Ergebnis nach dem Motto "Wer zahlt, schafft an" als Gefälligkeit werten könnte, so wie man es gerne den Sachverständigengutachten nachsagt.

Freilich hat ein Vermieter keine Freude mit einer Mietminderung. Daher verwundert die Reaktion nicht weiter. Aber genau für derartige Angelegenheiten sind ja Gerichte da, wenn sich zwei Parteien nicht einig sind. Also ich würde mich durch diese Stellungnahme nicht abschasseln lassen. Sollten die erläuterten "Tragödien" tatsächlich so abspielen (Betroffene neigen gerne mal zur Übertreibung), könnte man nach vorheriger Abklärung mit dem Mietrechtsexperten der AK tatsächlich den gerichtlichen Weg andenken.

Grundsätzlich darf man dabei nie das Prozessrisiko in finanzieller Hinsicht außer Acht lassen und es sollte wirklich nur angegangen werden, wenn es Dir aufgrund der wohnrechtlichen Situation auch wirklich wert ist, es darauf ankommen zu lassen. Dazu kann ich Deine Leidensfähigkeit und Belastungsgrenze zu wenig beurteilen.
Auf der anderen Seite würden für Dich keine Kosten anfallen, falls die Klage nicht durchgehen würde und der Richter die Mietminderung als begründet ansehen.

Es ist schon richtig, dass vom Vermieter bei Mietrückständen Mahnungen samt Spesen ausgesprochen werden können, solltest Du konkrete Ziele Richtung Mietzinsminderung verfolgen. Die Möglichkeit der vorerst außergerichtlichen Klärung ist eben das vorausgesetzte Prozedere, bevor ein Gericht hinzugezogen wird. Üblicherweise würde dabei seitens eines Vermieter frühestens nach drei Monaten der zumindest nicht vollständig bezahlten Miete die nächste Runde in Form einer Mietzins- und/oder Räumungsklage eingeläutet werden. Erkennt der Richter ein sogenanntes "grobe Verschulden", wovon ich bei Dir nicht ausgehen würde, wäre das Verfahren verloren und neben der Übernahme sämtlicher Prozesskosten wäre man im schlimmste Fall auch die Wohnung los.
Würde sich der Richter aber auf Deine Seite stellen und die Klage geht nicht durch, muss der Kläger die Krot schlucken und sich irgendwie mit der reduzierten Miete abfinden. Es wäre dann seine Schuld, da er schließlich vorher eine gütliche Einigung hätte finden können, anstatt den Rechtsweg zu bestreiten.
Es gäbe noch einige Dinge dazwischen, die ich nicht weiter ausführen werde, da Du Dich für den Fall der Fälle ohnehin wenigstens an die erwähnten Experten wenden solltest und ich Dir nur einen Umriss der beiden Extrempole vermitteln wollte.
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Schlaflos92
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Re: Absichtliches Herunterstampfen anzeigen?

Beitrag von Schlaflos92 » 08.11.2020, 07:59

Ein etwas verspätetes Hallo und Danke.

Ich wusste gar nicht mehr, wie Ich die Sachlage weiter beschreiben soll, also Post geschrieben und wieder gelöscht. Daher die Verzögerung.

Ich habe heute Nacht auf jeden Fall mit dem Kopf durch die Wand (vorschnell) die Polizei gerufen und es ging eher in die Hose. Jetzt wird definitiv der Krieg mit den Latinos ausbrechen.

Ich habe mir zuerst einmal eine kleine Anzahl an Selbstverteidigungsgeräten zugelegt und ich hoffe, dass ich auch nicht ausrasten werde.

Ich bin vorerst in der Wohnung eines Verwandten.

Das Ergebnis mit der Polizei war eher ernüchternd. Erst sind die direkt hochgefahren und haben nur kurz gesprochen. Die Nachbarn haben wie gewohnt alles seelenruhig abgestritten, also voll ins Gesicht gelogen.

Als die Polizei ging, hatten sie noch zwei-dreimal runtergeklopft - sehr frech - aber die Streife musste lustigerweise einige Minuten später wieder kommen, da ich vergessen hatte, ihnen die Tonaufnahmen zu zeigen.

Die Aufnahmen waren zwar überzeugend - und sie haben noch einmal mit denen gesprochen, gingen schlussendlich. Ich wünschte, die hätten zu den Zeitpunkt runtergeklopft, als wir bei meinem Computer waren. Ich habe danach meinen Rucksack gepackt und bin abgehauen - also weder eine Strafe, noch eine Verwarnung für denen.

Ich kriege offiziell die Krise, wenn die sich durchlügen und gewinnen.

Jetzt bleibt mir nur noch die Mietervereinigung, das Gericht, erneute Streife bei akutem Lärm - oder schlimmstenfalls eine komplette Eskalation.

Ich erinnere mich noch an die Zeit, als ich in meiner Wohnung alles machen konnte. Gähnen, lachen, sprechen, singen. Man sollte seine Freiheit genießen solange es geht, denn wenn diese Bewegungsfreiheit mal weg ist und von solchen Machos unterdrückt wird, sieht man, was für gute Zeiten man hatte.

Mann, Mann, Mann. Das ist eine riesen Sackgasse. Ich habe auch schon viel Zeit verloren, meiner Programmiertätigkeit nachzugehen. Verlorene Projektzeit. Das beste war, als selbst die Polizisten sagten, ich solle das dem Hausverwalter melden... äh, ich hatte wie gesagt intensiven E-Mail Verkehr mit dem und der war durch und durch untätig. Kann ich mich auch gleich in den Restmüll legen.

Der Macho von oben hat mich letztens auf jeden wüst am Haustelefon als "Trottel", "Volltrottel" und "Vollidiot" beleidigt. Ist nicht einfach, das Gewässer nun ruhig zu halten, besonders wenn man Kopf an Kopf wohnt.

Einen schönen Sonntag noch,
Schlaflos92

olidajine
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Re: Absichtliches Herunterstampfen anzeigen?

Beitrag von olidajine » 01.12.2020, 09:53

Meiner Meinung nach ist Musik gut für uns, aber wenn sie zu laut und überbeansprucht wird, wird sie nervig. Sie sollten sich eine Lösung überlegen.

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