Fake-Bewertungen enttarnen

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StefKü
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Fake-Bewertungen enttarnen

Beitrag von StefKü » 19.11.2020, 17:30

Hallo zusammen,

ich versuche mal meinen Fall zu schildern bei dem ich aktuell in einer Zwickmühle stecke.
Und zwar bin ich auf ein Unternehmen gestoßen, das via Google Bewertungen weit oben ist und somit einen gratis Service für Webseitenbetreiber anbietet. Nutzt man die Services dieses Unternehmens (wohl gemerkt kostenlos) dann gibt es hin und wieder Werbung in den generierten Texten. Diese Werbung habe ich entfernt obwohl man sich damit einverstanden erklärte.

Demzufolge habe ich nach geraumer Zeit eine Abmahnung erhalten.
Ob das nun gerechtfertigt ist oder nicht, darüber kann man streiten - eine Abmahnung für kostenlose Dienste finde ich jedoch überzogen. Zumal das Unternehmen selbst im Impressum darum bittet bei rechtswidrigen Inhalten zuerst Kontakt aufzunehmen.

Wie dem auch sei. Mir geht es darum, dass dieses Unternehmen eben ganz oben bei Google auftaucht. Unter anderem weil es viele Rezensionen von Google Maps erhält. Mindestens eine 5-Sterne Bewertung pro Tag. Also besser als ein Restaurant oder andere Dienstleister. :shock:

Und da bin ich skeptisch geworden.
Denn die Rezensionen sind stets 5-Sterne, meist ohne weitere Kommentare und meist von Usern ohne weitere andere Rezensionen. Also man könnte den Anschein bekommen, dass es sich um Fake-Bewertungen handelt, damit dieser Service stets ganz oben bei Google auftaucht und Leute diesen nutzen. :x

Wie soll man nun aber beweisen, dass es wirklich Fake-Bewertungen sind?
Ich habe eine Bewertung an Google gemeldet, die tatsächlich entfernt wurde. Eine andere Bewertung habe ich via Namen und Foto recherchiert und tatsächlich einen Benutzer dahinter auf Facebook gefunden. Die Bewertung die er damals hinterließ war nur ein paar Tage alt. Also sprach ich ihn darauf an, warum er diese Bewertung gemacht habe, weil ja seine "beruflichen" Seiten diesen Service ganz offensichtlich nicht nutzen. Die Antwort: "Das war mal ein Projekt, danke für die Erinnerung. Die Seite sollte eigentlich schon offline sein". Was sie auch kurz darauf war. Doch wieso sollte er dann einen Service bewerten, wenn die Seite eh schon am sterben war. Zumal hat der User dann sein Seitenprofil gelöscht.

Dies untermauert meine Theorie, dass dieses Unternehmen Bewertungen kauf, um ganz oben zu stehen und Kunden anzulocken. :!:

Doch nun zur Frage... wie soll und kann man das denn beweisen?
Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich, da ich mich nämlich betrogen fühle?

Danke im Voraus und sorry wegen dem ganzen Text
Stefan



alles2
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Re: Fake-Bewertungen enttarnen

Beitrag von alles2 » 19.11.2020, 20:51

Inhaltslose Bewertungen sind schwerer beizukommen. Noch dazu wenn diese vereinzelt von irgendwelchen Bekannten des Unternehmers kommen. Daher würde ich Ausschau nach Anbietern käuflicher Bewertungen halten. Nicht anders machen es die potentiellen Auftraggeber und dann reden wir wirklich von Wettbewerbsverzerrung, die nachweisbar sein könnte. Man könnte dies dann dem VKI oder dem Handelsgericht des Unternehmers wegen Verletzung des Gesetzes unlauteren Wettbewerbs (UWG). Mehr wie eine Unterlassungsklage schaut da wohl nicht heraus, weil Schadensersatzansprüche schwer nachzuweisen wären.
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StefKü
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Re: Fake-Bewertungen enttarnen

Beitrag von StefKü » 20.11.2020, 08:59

Daher würde ich Ausschau nach Anbietern käuflicher Bewertungen halten.
Danke für diese Sichtweise. Anbieter von käuflichen Bewertungen gibt es ja zu Hauf.
Wie soll man diese bei den Rezensionen erkennen und vor allem nachweisen?

alles2
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Re: Fake-Bewertungen enttarnen

Beitrag von alles2 » 20.11.2020, 15:40

Es gäbe verschiedene Ansätze, wie man dagegen vorgehen könnte. Dazu müsstest Du Dich eben an gewisse Einrichtungen wenden, ich ich mitunter bereits erwähnt habe. Meine Kompetenzen sind auch ziemlich eingeschränkt, während andere vielleicht mehr zu berichten wissen.

Also ich würde versuchen, dass Bewertungen von solchen Anbietern zukünftig unterbunden werden, anstatt der Vergangenheit nachzutrauern. Dazu sämtliche Namen dieser Anbieter zusammentragen und sich in Bezug auf "Beihilfe zur Wettbewerbsverzerrung" an die AK, WKO, ÖGB, dem Handelsministerium oder wen auch immer wenden. Man bekommt dann schon die Information über die richtige Anlaufstelle.

Wenn Du bei bestehenden Bewertungen investigativ vorgehen möchtest, bleibt nicht viel mehr anderes übrig, als Du es eh schon gemacht hast. Vielleicht stößt Du bei Deinen Recherchen dann mal auf so einen Bewertungsanbieter, was dann ziemlich eindeutig wäre.
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