scheidung schwierige voraussetzungen

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JUSLINE
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scheidung schwierige voraussetzungen

Beitrag von JUSLINE » 04.08.2004, 14:01

hallo,



ich bin einer ziemlich unangenehmen situation, ich habe mich vor nicht allzu langer zeit von meinem ersten mann scheiden lassen und habe dann völlig übereilt erneut geheiratet, ich hatte vielleicht angst vor dem alleinsein, vor finanzieller not (habe keine unterhaltsansprüche, derzeit kein gehalt) und vielleicht auch aus dem wunsch heraus, zu helfen, da mein mann als asylwerber probleme hatte, keine Arbeitsgenehmigung hatte und sogar letztlich Abschiebung befürchten musste. Es ist mir peinlich, aber rückblickend bereue ich das, obwohl es anfangs durchaus Liebe war oder ich es ehrlich dafür gehalten habe.



Aber wir sind erst nach der Heirat zusammengezogen und bald danach haben die Probleme begonnen, wie ich es mir zuvor wirklich nicht vorstellen hätte können. Mein Mann wurde plötzlich von Eifersuchtsanfällen gepackt, hat mich verfolgt und mir nachspioniert, mir völlig zu unrecht Untreue unterstellt, mich ständig kontrolliert und mir vorwürfe gemacht, worauf ich mit Unverständnis und Kritik reagierte, weil ich mich unrecht behandelt fühlte. Wir haben vor 10 Monaten geheiratet, seit 7-8 Monaten streiten wir ständig und es kommt auch zu körperlichen Attacken wobei ich aber selbst auch nicht ganz unschuldig bin (ich habe mich plötzlich wie in einem Albtraum gefühlt und bin auch öfter ausgerastet), allerdings ist er mir auch schon mal grundlos an die Gurgel gegangen und hat mir Blutergüsse zugefügt und einmal nach einer nicht so schlimmen Streiterei eine Ohrfeige ins Gesicht gegeben.

Ich bin wegen der vorschnellen zweiten Heirat viel kritisiert worden, weshalb ich der Ehe doch immer noch eine weitere Chance geben wollte, aber ich weiss nicht, wie lange ich das noch aushalte.



Ich wollte mich am liebsten in Einvernehmen trennen, aber wie kann ich daran denken, die Ehegemeinschaft ist noch intakt, ich weiss gar nicht, wie ich die 6 Monate Trennungsbedingung je erfüllen kann, mein Mann will die Ehe fortführen, böse Zungen sagen jetzt vielleicht wegen dem visum, aber er beteuert, dass er mich noch liebt. Ich habe ein Kind aus erster Ehe, das auch unter den ständigen Spannungen leidet, mein mann ist arbeitslos und daher oft zuhause.

Wenn ich ihm sage, dass es mir mit dem Scheidungswunsch ernst ist, droht er mir, dass ich 2-3 Jahre auf eine Scheidung warten müsse.



Nun mal konkrete Fragen dazu: Dürfte ich die gemeinsame Wohnung, die auf meinen Namen läuft, einfach kündigen? Ich weiss eigentlich gar nicht, wohin ich gehen könnte, aber wenn ich ihn verlasse, könnte das nachteilige Folgen für mich haben?



gibt es in wien beratungsstellen, an die ich mich wenden kann? wo könnte ich eine psychologische Hilfe bekommen, die nicht zu teuer ist?




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JUSLINE
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RE: noch was

Beitrag von JUSLINE » 04.08.2004, 14:28

tut mir leid, dass ich in meinem ersten beitrag allzu ausgeschweift bin, eigentlich wollte ich die sachlage beschreiben und ich fürchte ja selbst, dass ich in der derzeitigen Lage keinen dringenden, wirlichen Scheidungsgrund habe?



Viel Grüsse,

Mariposa






DorisMihokovic
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RE: noch was

Beitrag von DorisMihokovic » 04.08.2004, 19:47

Wenn Ihr Mann Sie misshandelt (blaue Flecken ...), ist das sehr wohl ein Scheidungsgrund. Allerdings sollten Sie kuenftige Vorfaelle dieser Art bei der Polizei anzeigen und ein aerztliches Gutachten einholen.

Beratung finden Sie u. a. unter http://www.frauenberatenfrauen.at/

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JUSLINE
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RE: noch was

Beitrag von JUSLINE » 12.08.2004, 11:30

Das was Sie geschildert haben, stellt mE schon einen Scheidungsgrund dar. Bei Gewalttätigkeiten gibt es die Möglichkeit, dass Ihr Mann aus der Wohnung gewiesen wird. Die sechsmonatige Frist für die einvernehmliche Scheidung wird von den Gerichte nicht überprüft. Sie könnten zunächst eine Scheidungsklage einreichen, und evtl. während des Verfahrens doch noch eine einvernehmliche Scheidung eingehen.



Soll nichts Schlimmeres geben, als 2, 3 Jahre getrennt zu leben und nicht geschieden zu sein. Ihre körperliche Sicherheit und die psychische Sicherheit ihres Kindes aus erster Ehe sind doch auch zu berücksichtigen. Die blauen Flecken und ähnliche Verletzungsspuren würde ich jedenfalls dokumentieren (Fotos, zum Hausarzt gehen, Attest ausstellen lassen.)



mfg, akita


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