Scheidung all inklusive..

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Rabja
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Scheidung all inklusive..

Beitrag von Rabja » 04.03.2019, 21:57

Guten Abend...
Ich bin neu hier und auf der Suche nach Antworten, die vielleicht mein Titel schon herausfiltert...
Vor 19 Jahren habe ich meinen dzt. Gatten kennengelernt... dieser zog dann nach wenigen Wochen bei mir ein. Ich hatte damals bereit eine Tochter aus einer früheren Beziehung., um welche sich der Kindsvater 9 Jahre nicht kümmerte (vorab: mein Gatte ist der Bruder des Kindesvaters meiner Tochter)
Wir führten eine von Streit und Eifersucht durchzogene Beziehung, welche wir jedoch immer wieder ausbügeln konnten. 2009 heirateten wir, ich war zu diesem Zeitpunkt zu unserem letzten Kind schwanger (4 gemeinsame).
Wir führen nun, da die Kinder langsam älter werden eine, ich würde sagen... Stop and go Beziehung.... Dh ca 3 Tage normaler Umgang, 3 Wochen ignoriert man sich gegenseitig und geht sich aus dem Weg.
Dieser Vorgang zieht sich mittlerweile in etwa seit der Heirat so hin...

Nun zu den Fakten: Zum Zeitpunkt des Beziehungsstatus besaß ich ein vollständig eingerichtete Eigenheim, welche ich mit meiner Tochter bewohnte und welches auch mein alleiniges Eigentum ist.
Wir haben im Laufe der Jahre in minimale Renovierungsarbeiten investiert, wo aufgrund er Kinder/Karenz ich nicht in der Lage war, ihn in geteiltem Umfang zu Unterstützen... wobei die Arbeiten nicht durch Firmen, sondern durch seine Familie durchgeführt wurden.
Weiters hat er ohne meine Zustimmung im Garten einen Pool angelegt, inkl. selbstgebauter Überdachung...

Da sich nun der Kreisel der Streitigkeiten immer schneller dreht, wir bereits vor einigen Jahren eine Therapiestelle aufgesucht haben - ohne Erfolg - rückt für mich der Zeitpunkt der Scheidung immer näher.
Fakt ist, dass er zwar arbeitet, aber zu 50% behindert ist, da er bdsts. Hüftamputiert ist.
Ich habe 2015 den Abschluss zur DGKP gemacht (weil ich die Abhängigkeit und "Bettlerei" nicht mehr ertragen habe - sei es um Schuhe oder Kleidung für die Kinder.... und arbeite seither geringfügig in diesem Beruf...

Mein Anliegen wäre nun... Im Falle einer Scheidung.. wie ist vorzugehen? Ich würde ihm am liebsten von heute auf morgen auf die Strasse setzen (man möge mir diese Aussage bitte verzeihen)...
Welchen Weg kann ich gehen, damit dieser Horror endlich ein Ende findet??? Ich habe tlw. Angst vor seinen Aggressionen, welche er geäussert hat (I brenn die Hüttn nieder)

Ich gehe am Abend nach einem tlw. harten Dienst aus dem Dienst und freu mich auf die Kinder und zu Hause, und im Auto denke ich mir dann, ob ich nicht vielleicht wieder besser dran bin, wenn ich zurück auf Station gehe und weiterarbeite...

Inwiefern kann mir mein (Noch)Mann etwas "wegnehmen"`Wie gesagt, im Grundbuch stehe ich alleine, er hat lediglich im "Pfusch" Bad und Stiege verfliesenlassen... Zu den Betriebskosten hat er Strom und EH/HH bezahlt und auch zu den monatlichen Kosten bzgl. Einkauf gesorgt. Dies fällt nun von seiner Seite aus komplett weg..

Würde mich sehr freuen, wenn jemand Erfahrungen auszutauschen hat oder einfach kleine Tips hat...



Heron
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Registriert: 31.05.2018, 14:13

Re: Scheidung all inklusive..

Beitrag von Heron » 06.03.2019, 17:17

Das gerichtliche Aufteilungsverfahren kommt nur bei einer streitigen Scheidung zur Anwendung und kann nach Rechtskraft des Scheidungsurteils innerhalb von einem Jahr von jedem der beiden ehem. Gatten per Antrag eingeleitet werden. Dabei wird der Zugewinn der Ehegatten vom Zeitpunkt der Eheschließung bis zum Aufteilungsverfahren geteilt. Als Zugewinn gilt jegliches Vermögen (sofern nicht ausgenommen wie persönliche Schenkungen/Erbschaften/Unternehmen), das in der Ehe erworben wurde, egal, ob dieses aus dem Einkommen des Ehemanns oder der Ehefrau angeschafft wurde oder ob Ehemann oder Ehefrau Eigentum am jeweiligen Vermögensgut hat.

Die Liegenschaft kann nach § 82 Abs 1 Z 1 EheG nicht in ein Aufteilungsverfahren einzubeziehen sein, da Sie diese bereits in die Ehe eingebracht haben. Hinsichtlich der getätigten Investitionen in die Liegenschaft ist zu beurteilen, in welchem Ausmaß diese zu einer Wertsteigerung geführt haben (Zeitwert zum Aufteilungszeitpunkt). Im gerichtlichen Aufteilungsverfahren würde zur Bestimmung einer Wertsteigerung voraussichtlich ein Sachverständiger bestellt werden. Ein Zugewinn würde geteilt (dh der Ehegatte hätte Anspruch auf nur die Hälfte der Wertsteigerung).

Keine Grundlage gibt es dafür, dass die damalig angefallenen Investitionskosten zur Gänze dem Ehegatten zu ersetzen sind. Eine Anwendung fiktiver Mietwerte im Aufteilungsverfahren ist mir nach derzeitiger Rechtsprechung nicht bekannt. Allerdings profitieren Sie ja gleichermaßen davon, dass eine günstige Wohnmöglichkeit zur Verfügung stand, weil die Ehegatten durch die niedrigeren Wohnkosten mehr ansparen konnten und diese ehelichen Ersparnisse in die Aufteilung einzubeziehen sind.

Da in Ihrem Fall viele Dinge noch unklar scheinen, würde ich Ihnen raten, mit dem Gatten gemeinsam zumindest ein Erstgespräch bei einem Scheidungsmediator in Anspruch zu nehmen. Dieser hat eine juristische Ausbildung, kann Sie auf dem Weg zu einer einvernehmlichen Scheidung begleiten und bei der Klärung offener Fragen helfen.

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