Scheidung Ehebruch

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Karmar01
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Scheidung Ehebruch

Beitrag von Karmar01 » 29.05.2019, 08:57

Hallo.

Ich hoffe mir kann irgendjemand helfen mir 1-2 Antworten auf grundlegende Fragen zu geben bevor wir einen Anwalt kontaktieren. Ich wäre sehr dankbar dafür.

Eine Freundin von mir hat ihren Mann betrogen. Er hat einen whatsapp Verlauf gelesen,sprich er hat Beweise dafür und sie hat auch in einem Gespräch mit ihm alles gestanden.

Er will sich jetzt von ihr scheiden lassen und nichts mehr mit ihr zutun haben.

Nur mal grundlegend. Was bedeutet das konkret für sie?

Sie haben ein Haus, dass sie zusammen während der Ehe angeschafft haben und einen Kredit auf das Haus den sie auch beide unterschrieben haben.

Zusätzlich haben sie ein 3 Jahre altes Kind zusammen.

Was bedeutet das jetzt, hat sie aufgrund des Ehebruches überhaupt irgendwelche Ansprüche? Gibt es eine Vermögensaufteilung? Unterhalt an sie fällt weg nehm ich an, soviel hab ich schon selbst rausgefunden, nur das mit der Vermögensaufteilung kann ich nicht rausfinden. Unterhalt nur für das gemeinsame Kind nehm ich an?

Er verdient viel mehr als sie, ca. 4-5000 Euro netto, sie hat einen 25 Stunden Job und verdient ca. 1000 Euro.

Ich hoffe mir kann irgendjemand ein paar Infos geben, ich wäre wie gesagt sehr dankbar dafür!



bergfan
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Re: Scheidung Ehebruch

Beitrag von bergfan » 31.05.2019, 13:57

1. Kindesunterhalt: Das muss der Vater natürlich zahlen. Das ist bei dem hohen Verdienst auch nicht wenig.

2. Vermögensaufteilung: Das wird 50:50% geteilt (ausser z.b. einer der beiden hat Geld geerbt und reingesteckt). Unabhängig vom verschulden oder vom Verdienst der beiden.
Eine Streiterei ist meistens nur teuer, weil durch den hohen Streitwert auch sehr hohe Anwalts- und Gerichtskosten enstehen. Würde mich da gemeinsam von einerm RA beraten lassen.

3. Da sie ihn betrogen hat und falls er keine Eheverfehlung hat, kann er ziemlich sicher eine Schuldscheidung gewinnen.
Bringen tut es ihm nicht viel, da er ja sowieso keinen Unterhalt bekommt. Umgekehrt bekommt sie auch keinen.
Wäre er fremdgegangen würde es für sie Sinn machen auf Schuldscheidung zu klagen, da sie dann bei seinem hohen Verdienst Ansprüche hätte.
Der Mann kann sich daher auch einvernehmlich Scheiden lassen und hat eigentlich keine Nachteile im Vergleich zu einer Schuldscheidung.

Es gibt nur einen ziemlichen Haken. Bei einer einvernehmlichen Scheidung muss man sich gegenseitig Unterhalt zahlen falls einer der beiden irgendwann im Leben in eine Notsituation kommt. Man kann bei einer einvernehmlichen Scheidung vereinbaren, dass darauf verzichtet wird. Das bringt dann aber einen ganz anderen Nachteil mit: Dann hätte deine Freundin zum Beispiel keinen Anspruch mehr auf diverse Sozialleistungen wie Mindestunterhalt. Der Staat sagt dann, dass sie ja auf Unterhalt in einer Notsituation verzichtet hätte.
Ich glaube auch nicht, dass der Mann (falls von einem Anwalt beraten) mit einer einvernehmlichen Scheidung einverstanden wäre falls sie nicht ausdrücklich auf Unterhalt auch in einer Notsituation verzichten würde (Ich würde das z.B.: sicher nicht machen).

Die Problematik ist hier ganz gut beschrieben: http://www.frauenberatenfrauen.at/recht ... zicht.html

Hier wäre die Frage ob es für sie nicht günstiger wäre eine Scheidung zu haben wo sie schuldig ist.
Da kenne ich mich aber zuwenig aus.

Es wäre auf jeden FAll sinnvoll das alles mit einem Anwalt zu besprechen-

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