Kontopfändung

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babylon2018
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Kontopfändung

Beitrag von babylon2018 » 09.07.2021, 08:53

Habe 976,-Euro Pension auf mein Pensionskonto. Mein Mann der durch eine Krankheit arbeitslos wurde, bekommt nunmehr 750,- Euro Notstandshilfe. Er bekommt dieses Geld auch auf mein Konto vom AMS überwiesen.
Durch Verbindlichkeiten wurde mir eine Kontopfändung angedroht. Hatte so etwas noch nie in meinem Leben und kenne mich da total nicht aus. Bei Schuldnerberatung dauert es, weil man Termine ausmachen muss und die habe ich erst Ende August.
Kennt sich jemand aus damit?
Wird da nur mein Einkommen bzw von meinem Einkommen (Pension in diesem Fall) gepfändet oder wird vom gesamten Eingang
auf mein Konto gepfändet?
Nur Beispiel, wir bekommen beide zusammen 1726,- Euro auf mein Konto. Ich habe eine Kontopfändung sagen wir in der Höhe von 1300,- Euro. Wird dann von den 1726,- Euro gepfändet die wir zusammen haben, oder in dem Fall auf zwei Mal von den 976-- Euro Pension?
Gibt es bei Kontopfändungen auch Existenzminimum?
Vielleicht weiss jemand was. Danke



alles2
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Re: Kontopfändung

Beitrag von alles2 » 09.07.2021, 11:32

Zuerst sollte man einen bedingten Zahlungsbefehl erhalten, den man beeinspruchen kann. Wird daraufhin die Kontopfändung durch Exekutionstitel bewilligt, sollte spätestens innerhalb der Frist kein Geld mehr oben sein und am besten (über die Schuldnerberatung) einen Antrag auf Kontoschutz stellen, da es kein pfändbares Vermögen gibt und Ihr am Existenzminimum lebt. Mehr zu dem Thema hier:

https://forum.jusline.at/viewtopic.php?t=16480#p38892

Ansonsten könnte das Konto wirklich gepfändet und abgeräumt werden. Selbst bei einem Gemeinschaftskonto würde man gesamtschuldnerisch haften. Daher wäre ein gesetzlich einem zustehendes Basiskonto für ihn ratsamer, bei dem man nicht ins Minus gehen kann und die Gebühren niedriger als bei einem Gehaltskonto sind. Möchte man dieses sog. Jedermann-Konto nicht haben, gibt es seitens des AMS auch die Möglichkeit, dass man die Leistungsbezüge per Post bekommt.
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babylon2018
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Re: Kontopfändung

Beitrag von babylon2018 » 10.07.2021, 10:04

Danke für die Info. Ein Pfändungschutzkonto an und für sich dürfte es bei uns in Österreich nicht geben. Laut Auskunft meiner Bank. Sie empfählen einen Antrag auf Kontoschutz über eine Schuldnerberatung? Dies ist in Österreich möglich?
Ich habe leider diesbezüglich keine Erfahrungen und kenne mich nicht aus. Habe mich nun um einen Termin bei der Schuldnerberatung bemüht.

alles2
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Re: Kontopfändung

Beitrag von alles2 » 10.07.2021, 10:14

Genauso wie Du es fragst, ist es möglich. Und die Schuldnerberatung rät auch dringend, dass man sich an denen wendet, sobald man so einen Pfändungstitel erhält. Die erledigen das dann sofort und man muss nicht bis zum nächsten, vorher vereinbarten Termin warten, weil die Frist nur 14 Tage ab Zustellung oder Abholfrist beträgt. Daher etwaige Post sofort abholen und keine wertvolle Zeit liegen lassen.
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babylon2018
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Re: Kontopfändung

Beitrag von babylon2018 » 10.07.2021, 16:47

Ok vielen Dank. Nur noch eine kurze Frage, Kontoschutz über Schuldnerberatung, welche Voraussetzungen muss man dabei efüllen,? Ist dies ein Konto welches von der Schuldnerberatung oder ähnlichem verwaltet, bzw besachwaltet wird oder einfach ein normales Girokonto.Und muss man zwingend einen Konkurs anmelden bzw. sich einem langwierigem Schuldenregulierungsverfahren unterziehen? Wegen Frist wäre dies zu lange. Oder wird das mit Kontoschutz sogleich erledigt und dann beginnt man das Schuldenregulierungsverfahren? Danke

alles2
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Re: Kontopfändung

Beitrag von alles2 » 10.07.2021, 19:55

Das sind aber viele kurze Fragen ;-)
Die Vorgehensweise der Schuldnerberatung ist mir nicht bekannt. Meine Ansprechpartnerin von der Wiener Schuldnerberatung in diesen Angelegenheiten kann ich am Wochenende nicht erreichen. Du kannst es am Montag selbst über 01/2452460108 probieren. Möchtest Du das nicht, kann ich es für Dich übernehmen.
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babylon2018
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Re: Kontopfändung

Beitrag von babylon2018 » 11.07.2021, 09:35

Vielen Dank für Dein Bemühen, trotz der kurzen Fragen gg. Lg

alles2
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Re: Kontopfändung

Beitrag von alles2 » 12.07.2021, 12:58

Habe soeben erfahren, dass das mit dem Antrag auf Kontoschutz über die Schuldnerberatung nur eine Empfehlung von denen ist. Jeder Schuldner kann das auch selber machen. Die behördliche Vorgehensweise bei der Kontopfändung findet sich in § 292i EO (Exekutionsordnung). Sobald es eine gerichtliche Bewilligung gibt, die auch die Bank (Drittschuldner) erhält, wird das Konto sichergestellt und das dort gerade befindliche Geld eingefroren. Die Verpflichtungen und Rechte des Kreditinstituts findet man unter § 294 EO. Daher rät die Schuldnerberatung, den Kontostand in der Zeit bis zur Pfändung bei 0 Euro zu halten. Neue Kontoeingänge nach dem Zeitpunkt der Pfändung sind davon nicht betroffen. Innerhalb der 14-tätigen Frist nach Erhalt der Bewilligung sollte man den Nachweis erbringen, dass sich sich die Beträge aus unpfändbaren Leistungen (in § 290 EO aufgezählt) zusammensetzen und es sich bei einem möglichen Guthaben um den anteilsmäßigen Betrag für den laufenden Monat handelt. Man soll entnehmen können, dass unterm Strich nicht mehr als das Existenzminimum übrig bleibt. Ist auch das Gericht davon überzeugt, wird das Geld wieder freigegeben und nichts dem Gläubiger überwiesen. Welche Beträge gepfändet werden können, findest Du in den Ergänzungsparagraphen von § 290 EO (290a, 290b und 290c). In § 291 EO samt dessen Ergänzungsparagraphen bis 291f findest Du die angewendete Berechnung seitens des Gerichtes, wenn es um die Ermittlung eines pfändbaren Betrages geht.

Allein ein Pfändungstitel hat noch nichts mit einem Privatkonkurs, zu der niemand gezwungen wird!
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babylon2018
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Re: Kontopfändung

Beitrag von babylon2018 » 21.07.2021, 11:38

Guten Tag,

vielen herzlichen Dank. Mfg

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