Kosten von einer Therapie zurückfordern

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Hubert Holler
Beiträge: 32
Registriert: 12.06.2007, 14:59

Kosten von einer Therapie zurückfordern

Beitrag von Hubert Holler » 22.03.2021, 07:31

Hallo.
Ich habe Stärke Nackenschmerzen und habe im Internet danach gesucht und habe ein Video mit Dehnübungen gefunden.
Habe diese Dehnübungen dann durchgeführt. Die Schmerzen sind aber dann noch schlimmer geworden.
Habe dies beim Kommentar beim Video mitgeteilt. Mir wurde dann vorgeschlagen das ich einen Therapeuten mit Ausbildung von dieser Behandlungsmethode besuchen soll.
Dies habe ich auch gemacht und von meinen bereits durchgeführten Dehnübungen erzählt und das dies noch schlimmer geworden ist. Er hat mir dann die selben Übungen vom Video noch genauer mit mehreren Schritten gezeigt und ein paar Druckpunkte bei mir durchgeführt.
Nach einer Woche habe ich einen Kontrolltermin durchgeführt wo die Dehnübungen noch genauer besprochen wurden und er hat nochmals kurz ein paar Druckpunkte durchgeführt.
Das ganze hat dann 270 Euro gekostet und wurde von der Kassa nicht übernommen.
Ich würde vor der Behandlung nie über den Preis informiert und wußte auch ich das dies von der Versicherung nicht übernommen wird.
Ich habe die Dehnübungen dann jeden Tag, wie vom Therapeuten empfohlen 3 Wochen lang durchgeführt. Kurz nach jeder Übung war es besser aber nach ein paar Stunden wurde es immer schlimmer wonach ich dann die Behandlung beendet habe.
Ich habe weiter im Internet gesucht und zufällig ein Kommentar beim selben Video gefunden über ein anderes Video wo hingewiesen wird das die Dehnübungen alles nur verschlimmern und nicht durchzuführen sind. Dies ist genau bei mir der Fall. Mir geht es jetzt wieder besser nachdem ich die Dehnübungen gestoppt habe.

Jetzt wollte ich fragen ob ich diese Behandlungen beanstanden kann und wenn ja wo und ob ich das Geld zurückbekommen kann.
Vielen Dank für eine Rückmeldung



alles2
Beiträge: 1517
Registriert: 09.08.2015, 11:35

Re: Kosten von einer Therapie zurückfordern

Beitrag von alles2 » 22.03.2021, 12:56

Leider bist Du das Problem völlig falsch angegangen, weil die Gründe für Schmerzen sehr vielschichtig sein können. Keine Ahnung, wie Du krankenversichert bist und Du vielleicht daher nicht zum praktischen Arzt (Hausarzt) gegangen bist oder gehen konntest. Aber der sollte normalerweise eine Zuweisung zur MRT-Untersuchung oder die Überweisung zum Orthopäden ausstellen. Dann kann man nämlich feststellen, von was die Schmerzen herrühren. Es kann eine Verspannung (schlechte Liegeposition bzw. Haltung) oder eine Entzündung (z.B. durch Verkühlung wegen Zugluft oder sogar wegen einem ungesunden Zahn) dafür ursächlich sein, aber auch (Kalk-)Ablagerungen. Daher kann man nicht pauschal hergehen und jene Therapieform hernehmen, die einer x-beliebigen Person mit einer differenzierten Diagnose geholfen haben könnte.

Und wenn man dann noch ohne konkrete Diagnose und nach dem Motto "Moch ma des, koste es, was es wolle!" aus freien Stücken zu irgendeinem (Physio-)Therapeuten hinrennt, ohne zumindest schriftlich etwas zu vereinbaren, muss man auch die volle Verantwortung übernehmen. Ansonsten kann man nur mit dem Dienstleister darüber (z.B. Rechnung) reden. Auch wenn vorher mündlich etwas ausgemacht wurde, was nachher anders gekommen ist.
Es ist einfach so, dass die Physiotherapie helfen kann, aber nicht muss. Was anderes wäre es, wenn man Dir verbindlich zugesagt hätte, dass Du nach der Behandlung geheilt bist. Das setzt voraus, dass es nicht vorher abgebrochen worden ist. Man muss sich bei dieser Problematik rund um die Schmerzen eben herantasten, bevor man zum nächsten Schritt übergeht (Medikamente, Kur, ...).

Die Krankenversicherung (ÖGK) steigt ohne (chef)ärztliche Bewilligung sowieso aus, da sie für die willkürliche Laune des Patienten nicht aufkommen muss und wird. So wie bei einem Wahl-Arzt auch, hat man sogar bei einem Wahl-Physiotherapeuten einen Selbstbehalt zu übernehmen. D.h. man bekommt in etwa nur jene Kosten zurück, die eine Sitzung beim Kassen-Physiotherapeuten. Aus meiner Erfahrung - und ich habe viel mit der schmerzbetroffenen Generation zu tun - wären es ungefähr die Hälfte von dem, wenn ein freier Physiotherapeut pro Einheit 45 Euro verlangen würde. Setzt jedoch voraus, dass man die Behandlung von einem Arzt verordnet bekommen hat.
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hai
Beiträge: 6
Registriert: 11.01.2021, 23:59

Re: Kosten von einer Therapie zurückfordern

Beitrag von hai » 22.03.2021, 16:26

Danke für die Antwort.
D.h. da gibt es keine Möglichkeit.
Ich bin bei der sva versichert.

Ich war schon bei mehreren Ärzten und habe auch schon eine Therapie durchgeführt. Hat aber alles nichts geholfen. Deshalb habe ich selbst weitergesucht.

Es ging um die Methoden von Liebscher und Bracht. Nach mehreren Wochen Training wurde es immer schlimmer bis ich das medical-fitness-system entdeckte.

Hoffe es gibt noch eine Lösung oder eine Möglichkeit.
Danke

alles2
Beiträge: 1517
Registriert: 09.08.2015, 11:35

Re: Kosten von einer Therapie zurückfordern

Beitrag von alles2 » 22.03.2021, 16:44

Dann giltst Du quasi als austherapiert. Man kann nur die Kosten einer Leistung ersetzt bekommen, für die man versichert ist. Alles andere ist aus der eigenen Tasche zu zahlen. Die Krankenkasse kann von einem Therapeuten auch nicht die Kosten für eine Behandlung zurückfordern, wenn es im Endeffekt nichts gebracht hat. Die Leistung wurde erbracht und muss beglichen werden. Außer es gibt sowas wie eine Geld-zurück-Garantie oder es gab (vollmundige) Versprechen, die nicht eingehalten wurden. Da ich von beidem nicht ausgehe, fällt zumindest mir nichts mehr ein.
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