Korrektes Vorgehen vor Teilungsklage

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brightsideoflife
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Korrektes Vorgehen vor Teilungsklage

Beitrag von brightsideoflife » 11.01.2021, 19:01

Hallo Liebe Jusliner,

Ich stecke leider in einer etwas komplizierteren Verlassenschaft und sehe kaum noch einen Ausweg diese Abzuschließen ohne einen Verkauf zu erzwingen durch eine Teilungsklage.

Nun ist es so das es noch keine konkrete Äußerung darüber gibt das Jemand die Liegenschaft, Fahrzeug und andere Dinge nicht verkaufen möchte, allerdings gibt es mehrere "Androhungen", in der Art: Wenn dies nicht geschieht dann werde ich dem nicht zustimmen. Kurz gesagt fühlen sich zwei der involvierten Parteien ungerecht behandelt (das Verlassenschaftsverfahren ist abgeschlossen) und versuchen dem anderen eines Auszuwischen, indem sie Dingen nicht zustimmen.

Wie muss ich, bzw. die Parteien, welche nicht in diesen persönlichen Konflikt verwickelt werden wollen vorgehen, um die Verlassenschaft abzuschließen, aber auch nicht die etwaigen Prozesskosten einer Teilungsklage tragen zu müssen?

Vielen Dank,
brightsideoflife



alles2
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Re: Korrektes Vorgehen vor Teilungsklage

Beitrag von alles2 » 11.01.2021, 21:37

Um hohe Anwalts-, Gerichts- und Sachverständigenkosten möglichst aus dem Weg zu gehen, würde ich bei Erbstreitigkeiten und bei dieser Fragestellung auf einen Mediator setzen, der meistens wesentlich günstiger ist und die Sachlage bzw. deren Konsequenzen am besten vermitteln kann. Umsonst macht der es freilich auch nicht. Aber so ist es nun mal, wenn man untereinander keine Einigung erzielen kann und man auf eine "Schiedsperson" angewiesen ist.
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brightsideoflife
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Re: Korrektes Vorgehen vor Teilungsklage

Beitrag von brightsideoflife » 12.01.2021, 10:13

Vielen Dank für den Tipp. Wo finde ich einen Mediator für Erbstreitigkeiten?

alles2
Beiträge: 1118
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Re: Korrektes Vorgehen vor Teilungsklage

Beitrag von alles2 » 12.01.2021, 11:04

Hier zuerst einmal meine Standard-Antwort:
Eine Anwalts-Empfehlung auszusprechen ist immer so "a hagliche Gschicht". Folgende Seiten könnten Dir einige Kandidaten nach Deinen Kriterien ausspucken:

https://www.rechtsanwaelte.at/buergerservice/servicecorner/rechtsanwalt-finden/
https://www.anwaltfinden.at/anwaltssuche/
https://www.meinanwalt.at/

Den Namen einfach in eine Suchmaschine eintragen und schon solltest Du auf die Erfahrungen anderer Klienten stoßen!
Entweder Du wählst das Rechtsgebiet "Mediation" und schaust bspw. auf seiner Homepage, ob sein Fachgebiet auch im Erbrecht liegt, oder umgekehrt. Beim obersten Link kann man auch beide Tätigkeitsgebiete gleichzeitig anklicken, was die Kandidatenwahl mit 11 Treffern schon sehr einschränkt. Beim zweiten Link gar nur ein Treffer. Dennoch auch immer sicherheitshalber auf deren Homepage schauen, ob der Anwalt wirklich mit beiden Gebieten bewandert ist. Es bringt Dir z.B. nicht recht viel, wenn es sich um eine Kanzlei mit mehreren Anwälten handelt, wo die Stärke des einen das Erbrecht ist und ein anderer Mediator im Bereich Ehe- und Familienrecht wäre.
Du kannst das auch telefonisch mit der Rechtsanwaltskammer Deines Bundeslandes (siehe erster Link) klären.

Wenn die Sache aber nicht so eilt, behalte Dein Beitrag bitte noch etwas im Auge. Vielleicht fällt jemanden noch was anderes ein. Ich selbst hatte es noch nie mit einem Mediator zu tun, weil ich mich im Bekanntenkreis selbst als solchen aufspiele, wobei ich mit der Kompetenz eines Anwaltes freilich nicht mithalten kann. An Amtstagen kam dann in solchen Fällen wie bei Dir dann von Richtern gerne mal die Rückmeldung, eben einen Mediator aufzusuchen.
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brightsideoflife
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Re: Korrektes Vorgehen vor Teilungsklage

Beitrag von brightsideoflife » 13.01.2021, 10:43

Danke.

Es gibt auch Webseiten wie z.B. mediation.at welche Mediatoren vermitteln, welche keine Anwälte sind, aber z.B. einen psychotherapeutischen Hintergrund haben.

Was ist bei so einem Fall, mit vielen Parteien und unterschiedlichen Interessen und Konflikten vorzuziehen?

alles2
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Re: Korrektes Vorgehen vor Teilungsklage

Beitrag von alles2 » 13.01.2021, 12:14

Naja, das musst schon Du herausfinden, da Du die Parteien besser kennst und weißt, woran es an einer Einigung scheitert. Ist man mit gewissen Situationen überfordert und weiß nicht mehr weiter, wie man damit psychisch umgehen soll, so kann die von Dir genannte Mediation weiterhelfen.
Geht es aber darum, ein aufwendiges und kostspieliges Gerichtsverfahren abzuwenden und eine für alle Seiten befriedigende Lösung herbeizuführen, braucht es ganz klar die rechtliche Aufklärung!
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