Nachlassverfahren

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martinfellner
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Nachlassverfahren

Beitrag von martinfellner » 06.10.2020, 12:29

Hallo zusammen!

Meine Mutter ist Ende 2019 an Krebs gestorben. Durch Corona verzögert sich das Nachlassverfahren in die Länge. Sache ist die: Meine Eltern besitzen, jeweils immer zu je 50 %, eine Eigentumswohnung (inkl. zugehörigen Garagenparkplatz), und ein Grundstück.

Meine Mutter hat ein Testament gemacht, und mich zu ihren Alleinerben ernannt. Allen weiteren Erben sind somit auf den gesetzlichen Pflichtteil beschränkt. Ich habe keine Geschwister.

Meine Eltern haben getrennt gelebt, waren aber noch verheiratet. Der Lebensgefährte von meiner Mutter, hat sie scheinbar zu Krediten gedrängt, wo das Geld jeweils der Lebenspartner bekam. Die Schulden belaufen sich auf ca. € 20.000!

Mein Vater hat das Begräbnis bezahlt vorerst. Ich möchte das Erbe nun annehmen, allerdings mit einer bedingten Erbantrittserklärung. Muss ich meinem Vater die Begräbniskosten dann rückerstatten? Die Eigentumswohnung bekommt ja durch ein Gesetz zur Gänze automatisch mein Vater (Anwachsungsrecht), allerdings soll ich da ein Viertel des Verkehrswertes erhalten.

Wie läuft das dann nun genau ab wegen den Schulden? Werden da jetzt nur die aktive von dem 50 % Grundstück Anteil bei bedingten Erbantritt da bezogen oder das andere auch?



alles2
Beiträge: 711
Registriert: 09.08.2015, 11:35

Re: Nachlassverfahren

Beitrag von alles2 » 07.10.2020, 03:22

Wie Du bestimmt weißt, gehören laut § 549 ABGB auch Begräbniskosten zu den auf einer Verlassenschaft haftenden Lasten und sind von der Todesfallaufnahme umfasst. Das betrifft auch die Person, die die Kosten vorgestreckt hat.
Bedingt erbserklärte Erben sind nicht gänzlich von der Schuldenhaftung befreit. Nur eben höchstens auf den Wert der Nachlassaktiven und nach § 821 ABGB anteilig entsprechend der Erbquote.
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