hat ein Anwalt Zugriff auf Privatbankkonto,wenn er das will?

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Amoon1
Beiträge: 52
Registriert: 16.06.2020, 10:51

hat ein Anwalt Zugriff auf Privatbankkonto,wenn er das will?

Beitrag von Amoon1 » 05.10.2020, 12:09

Guten Tag!
hatte im lezten Jahr,einen für mich etwas sonderbaren Fall,in einer Kanzlei wo ich zum ersten mal war,dort sagte mir die Rechtsanwältin aus heiterem Himmel!
Zitat,wenn ich will könnte sie,schauen wieviel Geld ich auf meinem Bankkonto habe ,aber das würde sie natürlich nicht machen,weil sie sonst Probleme,mit der Rechtsanwaltskammer bekäme!
darauf hin habe ich,bei meiner Hausbank angerufen,und gefragt wie das den gehanthabt würde,als Antwort bekam ich ,man bekäme öfter Anfragen,von Anwälten,die Auskunft über das Bankkonto will.aber dieser käme die Bank,wenn keine richterliche Anweisung besteht nicht nach!

für mich,schaut es nach diesem Vorfall dennoch so aus,als ob Anwälte ,möglicherweise doch andere Methoden haben,auf das Bankkonto zuzugreifen!?



mastercrash
Beiträge: 239
Registriert: 15.10.2019, 23:42

Re: hat ein Anwalt Zugriff auf Privatbankkonto,wenn er das will?

Beitrag von mastercrash » 05.10.2020, 16:02

Auch Anwälte kochen nur mit Wasser ;)
Es gibt kein System, über das Anwälte einfach so Zugriff auf Bankkonten haben. Wollen sie ein Bankkonto einsehen, brauchen sie einen richterlichen Beschluss und um den zu bekommen, müssen sie etwas vorweisen.

Wenn das Bankkonto für ein Strafverfahren relevant ist, wird das eh durch die Staatsanwaltschaft gemacht und die relevanten Daten (zB auch Kontoauszüge) landen dann in der Akte, die auch alle daran beteiligten Parteien einsehen können.

Bei privaten Geld-Forderungen kommt man gar nicht an die Kontoauszüge.
Was man mit einem vollstreckbaren Titel oder auch unter bestimmten Umständen bei einer erheblichen Forderung (jenseits der € 10.000) ohne Titel bekommt, sind die Kontoinformationen (IBAN/BIC) des Schuldners.
Man kann dann versuchen, die Forderung dort zu pfänden und die Bank muss dann den Betrag der Forderung auf dem Konto sperren und berichten, welchen Betrag sie sicherstellen konnte. Dann weiß man, ob und wie viel auf dem Konto war.

Einfach so haben auch Anwälte keine Einsicht. Es soll Anwälte geben, die unterhalten ein paar Beziehungen zu Angestellten von ein paar Banken, die ihnen "unter der Hand" Informationen zu Konten zukommen lassen, damit die Anwälte besser abschätzen können, ob sich eine Pfändung überhaupt lohnt (wer pfändet schon gerne ein Bankkonto auf dem kaum ein Euro drauf ist). Das ist aber so nicht vorgesehen und erwischen lassen sollten sie sich nicht, da es ein ganz übler Verstoß gegen den Datenschutz ist.
Ich weise darauf hin, dass auf die von mir in diesem Forum gegebenen kostenlosen Auskünfte keine Gewährleistung auf Richtigkeit besteht und keine professionelle Rechtsberatung ersetzen kann.

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