Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

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MichaelCR97
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Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von MichaelCR97 » 24.09.2021, 23:51

Guten Tag,

Ich habe eine Rechtsfrage zu einem unschönen Thema:

Wir haben eine unverbindliche Bestellung bei einem Wohnwagenhändler aus Deutschland abgeschlossen. Dieser ist prinzipiell auch seriös - wir stehen weiterhin im Kontakt.
Neben nebensächlicher telefonischer Kommunikation hatten wir den Hauptkontakt per Mail. Dabei haben wir immer mit einer einzigen Mailadresse - die definitiv dem Wohnwagenbetrieb gehört - kommuniziert.

Es wurde eine Anzahlung über etwa 33% vereinbart und dann eine Restzahlung.

Die handschriftliche IBAN auf der unverbindlichen Bestellung war nicht ausreichend lesbar. Wir haben also per Mail darum gebeten, dass man uns diese bitte per Computerschrift zusendet. Dies wurde auch gemacht - die IBAN wurde uns direkt in der Mail über die Mailadresse des Verkäufers gesendet.
Zum gleichen Zeitpunkt wurde die Zahlung des Restbetrages für 2 Wochen später auf einem fixen Datum terminiert.

Bis 1 Tag vor Zahlung des Restbetrages gab es nur rudimentären telefonischen Kontakt bezüglich sonstiger Fragen.
1 Tag vor der Zahlung erhielt ich dann eine Mail von der Mailadresse des Händlers, in der eine IBAN für Überweisung des Restbetrages angegeben wurde. Das war ein anderer als bei der Anzahlung - ich dachte na gut, soll so sein, vlt teilen die sich die Einkünfte dort nach Kategorie oder so auf.
Dann habe ich den Restbetrag den Tag darauf auf eben diesen IBAN überwiesen. 3 Stunden darauf schickte mir der Händler erst die Rechnungen zu Anzahlung und Restzahlung.


Das Problem ist nun: Das Geld ist nicht beim Händler angekommen, er kennt den IBAN nicht und behauptet diese Mail mit dem IBAN nicht versendet zu haben. Er meint, dass er eventuell gehackt wurde und ich nicht auf den IBAN laut Mail hätte überweisen dürfen, weil auf den Rechnungen ja andere IBANs stehen.. (die Rechnungen, die mir erst 3 Wochen nach der verbindlichen Bestellung und wenige Stunden nach Überweisung der Restzahlungen zugesendet wurden! Ich wusste nichtmal, dass er mir noch vor Abholung Rechnungen dazu sendet!)
(diesen Part habe ich jetzt etwas zusammengefasst => ich kann bei Bedarf gerne nähere Details dazu liefern)

Wie sieht es hier rechtlich aus? Ich sollte ja als Käufer davon ausgehen können, dass Mails von der Mailadresse des Verkäufers auch wirklich von ihm stammen? Er muss ja sicherheitstechnische Vorkehrungen treffen?


Danke schonmal für eure Einschätzungen.

Schöne Grüße!



Hank
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von Hank » 25.09.2021, 21:34

…damit man bei außergerichtlichen oder gerichtlichen Verhandlungen überhaupt eine Chance hat, weil erfahrungsgemäß jedes Verschulden oder Mangel bestritten wird, haben Sie hoffentlich alle Beweise gesichert, also auch jeden Zettel oder Mail aufbehalten, weil sonst kann auch der beste Rechtsanwalt nichts ausrichten…

MichaelCR97
Beiträge: 5
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von MichaelCR97 » 25.09.2021, 21:43

Ja, wir haben jegliche E-Mail (eben auch die mit der falschen IBAN von der genauen Emailadresse des Verkäufers) und auch jegliches Dokument (Bestellunf, Zahlungsbestätigung, etc.) aufbewahrt.

Am Montag bin ich eh schon beim Rechtsanwalt. Wir sind nur gestresst und würden gerne vorab schon eine Einschätzung haben, wie gut unsere Chancen stehen, dass hier uns und nicht dem Verkäufer recht gegeben wird.

alles2
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von alles2 » 26.09.2021, 03:30

Dazu würden mir viele Frage einfallen. Denn es kann schon vorkommen, dass der Server eines Händlers gehackt wird und Daten wie die IBAN verändert werden. Aber gehen wir systematisch vor, falls es Dir genehm ist.

Wie bist Du auf den Caravan gestoßen? Per Annonce oder warst Du vor Ort?
Wie kam der erste fernmündliche oder schriftliche Kontakt zustande?
Wie kam es zu der handschriftlichen IBAN?
Könnte die elektronisch übermittelte IBAN identisch mit der handschriftlichen Variante übereinstimmen?
Wurde unmittelbar auch telefonisch die Anzahlung erwähnt? Wenn ja, wie war die Reaktion des Gegenübers?
Welche Bedingungen waren mit der Restzahlung geknüpft?

Mich würde wirklich interessieren, wie er reagiert, wenn eine Betrugsanzeige oder die Meldung an einen Fernsehsender zur Sprache kommt.
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MichaelCR97
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von MichaelCR97 » 26.09.2021, 08:11

Aber ein potenzieller Hack würde ja auch nicht in meiner Verantwortung liegen, sondern in der des Händlers, oder?

Zu deinen Fragen:
- Per Annonce. Die gesamte Kaufabwicklung lief wegen der Distanz per Email (bisschen was, aber nix super relevantes auch telefonisch)
- Per Telefonat, daraufhin habe ich die erste Mail (mit den lt. Telefonat besprochenen Infos an den Verkäufer gesendet)
- Der Verkäufer hat die IBAN händisch aber eben nicht eindeutig leserlich auf die Verbindliche Bestellung geschrieben
- Nein, die elektronisch übermittelte Mail konnte nicht identisch mit der auf der verbindl.Bestellung sein. ABER: Der Verkäufer hatte mir zu dem Zeitpunkt schon mitgeteilt, dass sie eine IBAN für Materialkosten/erträge (zB Anbauten etc.) und eine 2. IBAN für Wohnwagenerträge/kosten (zB Wohnwagenverkauf) haben.
- Die Anzahlung wurde wenige Tage nach dessen Durchführung telefonisch bei einem Mitarbeiter erwähnt, der meinte, dass diese nach 2 (oder 3) Tagen an ihrem Konto eingetroffen sei.

MichaelCR97
Beiträge: 5
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von MichaelCR97 » 26.09.2021, 08:41

Der Verkäufer hat mir auch erst gestern telefonisch mitgeteilt, dass sie Probleme mit dem Mailaccount hätten, weil häufig Mails nicht bei Ihnen ankommen. Falls das relevant ist.

alles2
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von alles2 » 26.09.2021, 11:31

Falls Beiträge erweitert werden sollen, bitte die Editier-Funktion verwenden (den Stift oben rechts).

Betrugsmaschen rund um Wohnmobile gibt es, so wie bei Wohnungen auch, genug. Das Geld ist dann oft weg. Die Haftungsfrage ist so eindeutig nicht immer. Da geht es um Fahrlässigkeit, z.B. wenn der Käufer davon ausgehen musste, dass da was nicht koscher ist, oder der Verkäufer zu schludrig mit dem Thema Sicherheit umgegangen ist. Oder welche Plattformen involviert sind und vieles mehr. Aber so weit sind wir noch nicht. Wesentlicher ist, ob die Behauptungen des Händlers der Wahrheit entsprechen oder man Dich durch dubiose Argumente nur hinhält.

Deren Schwierigkeiten mit dem Mail-Account sind definiert nicht Dein Bier.
Wie bist Du denn auf die Online-Anzeige gestoßen?
Hat der mögliche Vertragspartner Kompetenz bzgl. Caravans bewiesen oder wurden nur Larifari-Angaben gemacht?
Vielleicht könntest Du über den BLZ-Teil der IBAN herausfinden, ob es einer Bank in einer bestimmten Region zuordenbar ist. Wenn es dann nicht mit der/den Niederlassung(en) des Händlers deckt, könnte eine gewisse Skepsis angebracht sein.

Du kannst ihm vorschlagen, dass Du die Staatsorgane hinzuziehen wirst, nachdem der Händler selbst von einem Hack geschrieben hat, und ob er mitwirken würde. Schließlich musst Du es nicht hinnehmen, dass womöglich betrügerische Aktivitäten im Gange sind. Wäre interessant, wie er dann reagiert. Vielleicht wurde er bereits selbst dahingehend aktiv, nachdem auch er Verständnis dafür aufgebracht hat, dass man diese finanzielle Schädigung nicht auf sich beruhen kann.
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MichaelCR97
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von MichaelCR97 » 26.09.2021, 14:28

Ich wüsste nicht, wie ich hätte bemerken sollen, dass da etwas nicht stimmt. Bewertungen passen alle, es wurde uns auch extra was am Wohnwagen montiert (inkl. Fotos von der Montage, die sonst nicht im Internet auffindbar sind, Familienbetrieb, etc.).
Ich habe vor kurzem in einer FB-Gruppe nach der Firma gefragt - da gab es auch nur oositive Rückmeldungen.

Die Mails mit der falschen IBAN sind auch nicht von den restlichen Mails unterscheidbar, es wurde dabei ja sogar der bisherige Mailverlauf mitgesendet, etc.


Zu den Fragen:
Es war ein normales Online-Inserat auf einer bekannten Online-Seite.
Er hat Kompetenz bzgl. Wohnwagen bewiesen und kannte sich da definitiv aus.

alles2
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Re: Wohnwagenkauf - falscher IBAN für Zahlung

Beitrag von alles2 » 26.09.2021, 18:01

Ich habe allgemein formuliert (nachdem der wahre Hintergrund noch offen ist), warum ein Hack nicht mit der vollen Haftung des Händlers einhergehen muss. Das war ja Deine Frage.

Mir fehlt noch immer die Antwort, was er gedenkt, gegen diesen vermutlichen Missbrauch vorzugehen, zumal Du nichts dafür kannst, wenn er sich in seinen Email-Account (bspw. durch ein unsicheres Passwort) eindringen lässt. Und wie er reagiert, wenn man ihn mit der Ankündigung rechtlicher Schritte konfrontiert.
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