Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

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daniel2000
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Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von daniel2000 » 08.10.2019, 19:41

Hallo!

Da ich meine Staatsbürgerschaft wechseln wollte, kam die Frage auf ob ich überhaupt noch den Grundwehrdienst bzw. Zivildienst leisten muss bei einem Wechsel? Ich war schon vor ein paar Monaten auf der Stellung und gehe derzeit noch in die Schule.



FHoll
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von FHoll » 11.10.2019, 08:16

Die Wehrpflicht gilt nur für österreichische Staatsbürger. Wenn Sie Ihre österreichische Staatsbürgerschaft aufgeben, gibt es auch keine Wehrplicht mehr für Sie.
Fraglich ist halt, wie, und wieso man in Österreich leben möchte, aber die österreichische Staatsbürgerschaft aufgibt?

Das bloße Vorhaben, die Staatsbürgerschaft zu wechseln, befreit natürlich nicht.

Das_Pseudonym
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von Das_Pseudonym » 21.10.2019, 19:57

Wenn Sie Ihre österreichische Staatsbürgerschaft aufgeben, gibt es auch keine Wehrplicht mehr für Sie.
Solange er nicht Staatenlos ist kann die "andere" Staatsbürgerschaft einen Militärdienst vorschreiben. :?

FHoll
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von FHoll » 21.10.2019, 20:38

Das_Pseudonym hat geschrieben:
21.10.2019, 19:57
Wenn Sie Ihre österreichische Staatsbürgerschaft aufgeben, gibt es auch keine Wehrplicht mehr für Sie.
Solange er nicht Staatenlos ist kann die "andere" Staatsbürgerschaft einen Militärdienst vorschreiben. :?
Womöglich, ja. Ist halt dann immer noch die Frage, ob dieser vorgeschriebene Militärdienst eines anderen Staates dann für ihn relevant ist, wenn er in Österreich bleibt - denn umgekehrt, wenn er nicht in Österreich bleiben würde, bräuchte er ja die Staatsbürgerschaft gar nicht erst zu wechseln, um der Wehrpflicht zu entgehen...

Das_Pseudonym
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von Das_Pseudonym » 21.10.2019, 20:47

Es kann auch andere grüne geben wieso er eine andere Staatsbürgerschaft annimmt um zb. in das Land seiner (Gross) Eltern zu gehen.

FHoll
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von FHoll » 21.10.2019, 21:30

Wenn er nicht in Österreich bleibt, dann würde er ohnehin nicht zur Wehrpflicht müssen, selbst wenn er die österreichische Staatsbürgerschaft behalten würde. Nur, wenn er die Staatsbürgerschaft wechselt, aber hier bleibt, ergeben Frage und Antwort Sinn.

mastercrash
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von mastercrash » 21.10.2019, 22:08

Wenn ich mich da ausnahmsweise mit einer umgekehrten Frage reinhängen darf:

Ich habe das selbe Problem umgekehrt. Lebe seit X Jahren ist Österreich, bin hier auch juristisch berufstätig (habe hier österreichisches Recht studiert), bin eben noch keine 35, könnte theoretisch als EU-Bürger schon seit einiger Zeit die österreichische Staatsbürgerschaft beantragen (und die andere mit Freude zurück zum Absender schicken).

Ich würde das eigentlich gerne tun, weil es mich schon reizen würde Beamter zu werden, was eben in diesem Bereich die hießige Staatsbürgerschaft verlangt. Wäre ich Österreicher hätte ich mein Glück vermutlich schon mal bei der einen oder anderen Stellenausschreibung versucht. Außerdem fühle ich mich als Österreicher und die andere Staatsbürgerschaft ist mehr ein notwendiges Übel damit ich Unionsbürger bin.

Nun, wenn man das Gesetz ließt wird demnach praktisch jeder der nicht untauglich ist oder verweigert (dann eben Zivildienst) bis 35 Jahren eingezogen.

Die Frage ist: WIrd man mit 30 Jahren plötzlich aus dem Beruf gerissen und muss ein halbes Jahr lang "in den Sauren Apfel" beißen, mit echten Auswirkungen auf den Lebensstandard. 6 Monate Miete zahlen obwohl ich in der Kaserne lebe bedeutet für mich 6 x 1200€ zum Fenster rausschmeißen um die Wohnung zu behalten und nicht alles einlagern zu müssen (kostet ja auch mehrere hundert im Monat) und nach 6 Monaten obdachlos dazustehen. Teurer Spaß (auch mit Mietkostenzuschuss vom BMLV), vor allem weil in der Zeit ja auch das Einkommen mit einem Trinkgeld ersetzt wird.

Wie stehen die Chancen, dass man nicht eingezogen wird oder dass sie es zulassen, dass man mit 30 noch 5 Jahre aufschiebt und dann nicht mehr zum Grundwehrdienst muss? Hat da wer Erfahrungswerte? Wird wirklich JEDER eingezogen? Im Gesetz stehen kann viel, die gelebte Praxis würde mich interessieren...
Ich weise darauf hin, dass auf die von mir in diesem Forum gegebenen kostenlosen Auskünfte keine Gewährleistung auf Richtigkeit besteht und keine professionelle Rechtsberatung ersetzen kann.

Das_Pseudonym
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von Das_Pseudonym » 22.10.2019, 12:15

Hast du den Wehrdienst wo anders abgeleistet?

mastercrash
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von mastercrash » 22.10.2019, 13:47

Nein noch keinen abgeleistet, nirgendwo.
Ich weiß, dass ich ihn dann nicht noch einmal zu machen bräuchte...

Und Zivildienst bei der mir manche Zivildiener gesagt haben, dass sie die Erlaubnis bekommen haben neben dem Zivildienst noch einer Erwerbsbetätigung nachzugehen, solange diese den Zivildienst nicht beeinträchtigt (flexible Teilzeit) kommt für mich wegen dem Waffenpass nicht in Betracht, bevor das als nächster Vorschlag kommt.
Ich weise darauf hin, dass auf die von mir in diesem Forum gegebenen kostenlosen Auskünfte keine Gewährleistung auf Richtigkeit besteht und keine professionelle Rechtsberatung ersetzen kann.

Das_Pseudonym
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Re: Grundwehrdienst nach Staatsbürgerschaftwechsel

Beitrag von Das_Pseudonym » 22.10.2019, 14:14

Ich bin ausgeschieden weil Ich schmerzen im Knie hatte.
Lass dich einfach mal von den Arzt anschauen was er alles findet.

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